Charleston – Der Rückgang des klassischen Zigarettenrauchens in den USA und der parallele Anstieg alternativer Nikotinprodukte könnten die künftige Krebsbelastung spürbar verändern. Das zeigt eine Analyse von Daten der National Health Interview Survey aus den Jahren 2015 bis 2023, die in der Fachzeitschrift JNCI Cancer Spectrum veröffentlicht wurde.
Das Team um den Tabakforscher K. Michael Cummings vom MUSC Hollings Cancer Center untersuchte den ausschließlichen und kombinierten Konsum brennbarer und nicht-brennbarer Tabakprodukte. Der ausschließliche Konsum brennbarer Produkte (Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Wasserpfeifen) ging in fast allen Altersgruppen zurück, am stärksten bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren. Gleichzeitig stieg der ausschließliche Konsum nicht-brennbarer Produkte – vor allem E-Zigaretten – an.
Bei den 18- bis 24-Jährigen lag der ausschließliche Konsum nicht-brennbarer Produkte bereits über dem aller brennbaren Produkte. Der parallele Konsum beider Produktgruppen blieb mit zwei bis drei Prozent niedrig und nahm nicht zu. Ältere Erwachsene ab 55 Jahren rauchten weiterhin überwiegend Zigaretten und griffen deutlich seltener zu Alternativen.
Brennbarer Tabak ist für nahezu ein Drittel aller Krebstodesfälle und 90 Prozent der Lungenkrebstodesfälle verantwortlich. Die Forschenden gehen daher davon aus, dass der beobachtete Trend langfristig zu weniger tabakbedingten Krebserkrankungen führen könnte. Die Studie trägt den DOI 10.1093/jncics/pkag062.
