Der Zellbiochemiker Prof. Simon Alberti ist als neues Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt worden. Der Forschungsgruppenleiter am Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) der Technischen Universität Dresden zählt zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit.
Alberti widmet sich der zellulären Organisation und der Frage, wie Zellen auf Stress reagieren. Seine Arbeitsgruppe untersucht mit biochemischen, biophysikalischen, genetischen und zellbiologischen Methoden die molekularen Mechanismen, die die innere Struktur von Zellen steuern. Im Zentrum steht dabei das Zytoplasma, das sich unter Umweltstress wie Temperaturveränderungen oder mechanischem Druck reorganisiert. Dabei bilden sich biomolekulare Kondensate – membranlose, flexible Strukturen –, die Zellen beim Stressmanagement helfen, aber auch an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sein können.
Die Forschung von Alberti trägt zum Verständnis seltener neurodegenerativer Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) und der frontotemporalen Demenz (FTD) bei.
Prof. Alberti wird seine Expertise in die Klasse II der Leopoldina einbringen, die den Schwerpunkt Lebenswissenschaften hat. Als Mitglied der Akademie wird er die deutsche Wissenschaft auf internationaler Ebene vertreten und Politik sowie Gesellschaft wissenschaftsbasiert beraten.
Die 1652 gegründete Leopoldina ist mit rund 1.700 Mitgliedern aus allen Wissenschaftsbereichen die Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands. Ihre Mitglieder sind in 28 Fachsektionen und vier Klassen organisiert.
