Die rekombinante Gürtelrose-Impfung (RZV, Shingrix) ist bei älteren Menschen nach einem Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung mit einem deutlich geringeren Demenzrisiko verbunden. Das zeigt eine US-Studie mit Target-Trial-Emulation.
Die Analyse umfasste rund 510.000 ältere Bewohner von Skilled-Nursing-Facilities. Wer innerhalb von zwölf Monaten nach der Aufnahme mindestens eine Dosis der Impfung erhielt, hatte ein um 24 Prozent niedrigeres relatives Demenzrisiko (Risikoverhältnis 0,76; 95%-Konfidenzintervall 0,69–0,84) im Vergleich zu Ungeimpften.
Über vier Jahre betrug das kumulative Demenzrisiko bei Geimpften etwa 18,8 Prozent, bei Ungeimpften 24,6 Prozent – ein absoluter Unterschied von rund 5,8 Prozentpunkten. Die Assoziation war bei Frauen und bei Personen ohne vorherige Lebendimpfung besonders ausgeprägt. Auch die Sterblichkeit war in der geimpften Gruppe niedriger.
Die Studie von Kaleen Hayes und Kollegen der Brown University wurde am 16. Juni 2026 im Fachjournal Annals of Internal Medicine veröffentlicht. Sie nutzte Daten von Medicare-Begünstigten und emulierte ein randomisiertes Trial, um Verzerrungen zu minimieren.
Die Ergebnisse stützen frühere Beobachtungen, dass Herpes-Zoster-Impfungen das Demenzrisiko senken könnten. Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und weitere Forschung zu kausalen Zusammenhängen nötig ist.
Titel der Studie: „Dementia Risk After Recombinant Herpes Zoster Vaccination in Older Adults With a Recent Skilled-Nursing Facility Stay: A Target Trial Emulation“. DOI: 10.7326/ANNALS-25-04689.
