Peking (LabNews Media LLC) – Ein Forschungsteam der Tsinghua University in Peking hat CAR-T-Zellen entwickelt, die bei rheumatoider Arthritis mit einer einzigen Infusion eine langanhaltende Remission erzielen können. Die Zellen binden nicht nur den Entzündungsfaktor TNF, sondern nehmen ihn aktiv auf und bauen ihn ab.
Die neuartigen TNFR1TIF-CAR-T-Zellen erkennen lösliches TNF und internalisieren es über rezeptorvermittelte Endozytose. In humanen TNF-transgenen Mäusen führte eine einmalige intravenöse Gabe ohne vorherige Lymphodepletion zu einer nachhaltigen Senkung des TNF-Spiegels auf nahezu physiologische Werte und einer anhaltenden Remission der Arthritis – vergleichbar mit wiederholten hochdosierten Gaben des Anti-TNF-Antikörpers Adalimumab.
Die Zellen expandierten robust und persistierten im peripheren Blut der immunkompetenten Tiere über mehr als ein Jahr. Ihre Expansion war streng TNF-abhängig. Über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten zeigten sich keine Beeinträchtigungen der endogenen T-Zell-Homöostase, der Organfunktion oder der antibakteriellen Immunität. Ein pharmakologischer Sicherheitsschalter (Anti-Thy1.1-Antikörper) ermöglichte bei Bedarf die gezielte Elimination der Zellen.
„Bisherige Anti-TNF-Biologika beruhen auf Neutralisation statt Abbau, während aktuelle Technologien zur gezielten Protein-Degradation auf die körpereigene Abbaumaschinerie angewiesen sind“, erklärt Professor Min Peng, korrespondierender Autor der Studie. „Durch die Nutzung von CAR-T-Zellen als externes Abbausystem umgehen wir diese Einschränkungen vollständig. Unsere Vision ist eine einmalige Intervention mit jahrelanger Wirkung.“
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift hLife veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.hlife.2026.05.003). Die Forscher sehen in dem Ansatz eine konzeptionelle Erweiterung der CAR-T-Zell-Therapie – von der Erkennung zelloberflächlicher Antigene hin zur Degradation löslicher extrazellulärer Proteine. Das Prinzip könnte künftig auch auf andere Zytokine oder pathologische Proteinaggregate anwendbar sein.
