Uppsala (LabNews Media LLC) – Ein neues Dual-Mobility-Hüftimplantat reduziert das Risiko einer Gelenkverrenkung bei älteren Patienten mit hüftnahen Oberschenkelhalsbrüchen um 70 Prozent. Das zeigt eine große randomisierte Studie aus Schweden und Großbritannien.
In der Studie mit 1.600 Patienten ab 65 Jahren lag die Luxationsrate nach einem Jahr bei 1,3 Prozent in der Dual-Mobility-Gruppe, verglichen mit 4,2 Prozent bei Standardimplantaten. Auch die Gesamtrate chirurgischer Komplikationen war niedriger.
Das Implantat besteht aus einer kleinen Kugel, die in einer größeren Kunststoffkugel eingebettet ist und so eine höhere Stabilität bietet. Es erfordert keine neue Technologie oder zusätzliche Schulung der Chirurgen und kann daher unmittelbar in der klinischen Praxis eingesetzt werden.
„Es ist extrem schmerzhaft, wenn ein Hüftimplantat auskugelt. Die Patienten benötigen dann eine Sedierung oder weitere Operationen“, erklärte Nils Hailer von der Universität Uppsala, einer der Studienleiter. Eine Luxation beeinträchtige die Lebensqualität erheblich und belaste zudem das Gesundheitssystem.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Die Forschenden sehen in dem Implantat eine Möglichkeit, Komplikationen bei einer besonders vulnerablen Patientengruppe deutlich zu reduzieren, ohne zusätzliche Kosten oder Aufwände zu verursachen.


