Boston – Bei US-Veteranen unterscheiden sich die Raten der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) je nach Teilstreitkraft und militärischem Rang. Das zeigt eine große Analyse von Daten der Veterans Health Administration, die am 29. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde.
Im Vergleich zu Army-Veteranen hatten männliche Air-Force-Veteranen eine 29 Prozent höhere ALS-Rate, Navy-Veteranen 15 Prozent und Coast-Guard-Veteranen 26 Prozent. Marine-Veteranen wiesen eine 22 Prozent niedrigere Rate auf. Offiziere erkrankten häufiger als Mannschaftsdienstgrade: bei Männern lag die Rate 64 Prozent höher, bei Frauen 72 Prozent. Längere Dienstzeiten waren mit niedrigeren ALS-Raten verbunden. Die Unterschiede zeigten sich besonders bei Männern unter 61 Jahren und waren bei über 75-Jährigen weniger ausgeprägt.
Die Studie umfasste mehr als 9,1 Millionen Männer und knapp 785.000 Frauen, die über 24 Jahre in der Veterans Health Administration betreut wurden. Insgesamt erhielten 13.935 Männer und 484 Frauen eine ALS-Diagnose. Militärdienst gilt bereits als bekannter Risikofaktor für die seltene neurodegenerative Erkrankung. Die beobachteten Unterschiede deuten auf mögliche Umwelteinflüsse hin, das absolute Risiko bleibt jedoch gering.
Artikel: Marc G. Weisskopf et al.: In US veterans, rates of ALS associated with military branch and rank. Neurology, 29. Juli 2026.
