Adipositas beschleunigt die biologische Alterung über dieselben molekularen Prozesse, die auch dem natürlichen Altern zugrunde liegen. Dazu zählen chronische niedriggradige Entzündung („Inflammaging“), Telomerverkürzung, epigenetische Veränderungen, mitochondriale Dysfunktion, Erschöpfung von Stammzellen, gestörte Nährstoffsensorik, genomische Instabilität, Verlust der Homöostase, Ansammlung seneszenter Zellen und Dysbiose des Darms. Das fasst eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Genes & Diseases zusammen (DOI: 10.1016/j.gendis.2025.101980).
Weltweit steigen Adipositas und Bevölkerungsalterung parallel und stellen eine zentrale gesundheitliche Herausforderung dar. Übergewicht erhöht nicht nur das Risiko chronischer Erkrankungen, sondern scheint die biologische Uhr selbst voranzutreiben. Die Arbeit identifiziert zehn zentrale Prozesse, über die Adipositas und Altern miteinander verknüpft sind.
Gewichtsreduzierende Maßnahmen können einige dieser altersbezogenen Veränderungen teilweise rückgängig machen. Dazu gehören Lebensstilinterventionen wie Kalorienrestriktion und Bewegung, bariatrische Chirurgie sowie moderne Medikamente wie Liraglutid, Semaglutid, Tirzepatid und Orlistat. Diese können Entzündung senken, die mitochondriale Funktion verbessern, die Telomerase-Aktivität steigern und oxidativen Stress begrenzen – und so potenziell die gesunde Lebensspanne verlängern.
Die Arbeit wurde von der National Natural Science Foundation of China gefördert.
