Eine Übersichtsarbeit fasst Mechanismen, Biomarker und therapeutische Strategien der Ferroptose – eines eisenabhängigen Zelltods – bei Prostatakrebs zusammen. Ziel ist es, Resistenzen bei fortgeschrittenen und kastrationsresistenten Formen (CRPC) zu überwinden. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Genes & Diseases (DOI: 10.1016/j.gendis.2025.101967).
Ferroptose unterscheidet sich von der Apoptose und wird durch eisenabhängige Lipidperoxidation und die Anhäufung reaktiver Sauerstoffspezies ausgelöst. Zentrale Komponenten sind Eisenstoffwechsel, Lipidstoffwechsel und antioxidative Systeme, insbesondere die Achse Glutathion–GPX4. Prostatakrebszellen, vor allem metastasierende und CRPC-Zellen, gelten als besonders anfällig für diesen Zelltod.
Onkogene Signalwege wie der Verlust von PTEN und die Aktivierung von PI3K–AKT–mTOR sowie das Immunmilieu beeinflussen die Empfindlichkeit. CD8-T-Zellen können Ferroptose fördern, während bestimmte Makrophagen sie hemmen. Mögliche Biomarker umfassen unter anderem TFR1, ACSL4, SCD1, SLC7A11 und GPX4.
Therapeutische Ansätze reichen von GPX4-Inhibitoren und Glutathion-Depletern über Eisenverstärker bis zu Kombinationen mit Antiandrogenen, Chemotherapie, mTOR-Hemmern und Immuntherapien. Nanotechnologische Träger sollen die Wirksamkeit und Selektivität erhöhen. Herausforderungen bleiben Resistenzmechanismen, die Heterogenität der Tumoren und die bislang überwiegend präklinische Evidenz. Die Autoren schlagen ein präzisionsonkologisches Rahmenwerk aus mechanismusbasierten Biomarkern, rationalen Kombinationen und modernen Abgabesystemen vor.
