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Umfassende Übersicht zu Bipolar-Therapien: Neue Living Review und offene Plattform

Ottawa/Barcelona – Eine internationale Forschungsgruppe hat die bislang umfassendste Auswertung zu Behandlungen der bipolaren Störung vorgelegt. Die Living Umbrella Review umfasst 77 Meta-Analysen zu 116 unterschiedlichen Therapieansätzen und deckt alle Altersgruppen sowie sämtliche Phasen der Erkrankung ab. Die Ergebnisse flossen bereits in die Aktualisierung der CANMAT- und ISBD-Leitlinien ein. Parallel ging eine frei zugängliche Online-Plattform online, die Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Evidenzstärke der Behandlungen übersichtlich darstellt und kontinuierlich aktualisiert wird.

Die bipolare Störung betrifft weltweit rund 39,5 Millionen Menschen. Weniger als die Hälfte der Betroffenen findet eine wirksame Therapie. Die Erkrankung verläuft in Phasen von Depression und Manie; die verfügbaren Medikamente unterscheiden sich stark in Wirkung und Nebenwirkungsprofil. Bisherige Übersichtsarbeiten waren oft fragmentiert und veralteten rasch.

Das Team um Dr. Marco Solmi (The Ottawa Hospital und University of Ottawa) sowie Forschende der Universitäten Barcelona, Padua, Paris Nanterre und Southampton wertete die besten verfügbaren Meta-Analysen systematisch aus. Die sogenannte Living Review kann rasch an neue Erkenntnisse angepasst werden. Die Ergebnisse wurden am 11. August 2026 im BMJ veröffentlicht (DOI: 10.1136/bmj-2026-100216).

Im Zentrum steht die offen zugängliche Plattform https://ebibd-database.org. Sie wurde gemeinsam mit Leitlinienexperten, Betroffenen, Klinikern und Hausärzten entwickelt. Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten können dort Wirksamkeit und Nebenwirkungen abwägen und gemeinsam Behandlungsentscheidungen treffen. Eine integrierte Präferenzfunktion unterstützt diesen Prozess.

Dr. Marco Solmi betonte, dass die Forschung zu bipolaren Störungen so schnell voranschreite, dass es nahezu unmöglich sei, den Überblick zu behalten. Die Plattform bündele nun die aktuellen Evidenzen an einem Ort. Dr. Michele De Prisco (Hospital Clínic de Barcelona) hob hervor, dass Kliniker und Betroffene gemeinsam die nächste Therapieoption auswählen könnten. Dr. Jess Fiedorowicz (The Ottawa Hospital) unterstrich den Nutzen einer patientenzentrierten Abwägung von Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Ähnliche Living Reviews des Teams zu Autismus und ADHS haben bereits Leitlinien und die klinische Praxis beeinflusst. Geplant sind weitere Übersichten zu Essstörungen, PTBS, Zwangsstörungen, Schlafstörungen sowie zu psychedelischen Interventionen.

Die Arbeit wurde unter anderem von den Canadian Institutes of Health Research, der Agence Nationale de la Recherche (Frankreich) und dem National Institute for Health and Care Research (Großbritannien) gefördert.

LabNews Media LLC

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu