Tangshan – Der LVIS-Stent in Kombination mit Coiling erreicht bei weithalsigen Hirnaneurysmen hohe Okklusionsraten und verändert den Blutfluss im Aneurysma nachhaltig. Das zeigt eine retrospektive Einzelzentrumsstudie aus China, die im Chinese Neurosurgical Journal veröffentlicht wurde (DOI: 10.1186/s41016-026-00435-9).
Das Team um Professor Xiang Xu vom Tangshan Gongren Hospital behandelte 61 Patientinnen und Patienten mit weithalsigen intrakraniellen Aneurysmen (35 rupturiert, 26 nicht rupturiert) mittels LVIS-Stent-assistiertem Coiling. Sofort nach dem Eingriff waren 80 Prozent der rupturierten und 84,6 Prozent der nicht rupturierten Aneurysmen vollständig verschlossen (Raymond-Roy-Klasse I). Bei den nachuntersuchten Fällen blieben die vollständig verschlossenen Aneurysmen stabil; einzelne unvollständige Verschlüsse besserten sich weiter.
Funktionell zeigten sich günstige Ergebnisse: Bei rupturierten Aneurysmen stieg der Anteil mit gutem Outcome (mRS 0–1) von 57,1 Prozent bei Entlassung auf 77,1 Prozent nach drei bis sechs Monaten. Bei nicht rupturierten Fällen lag er bereits bei Entlassung bei 96,2 Prozent.
Eine computergestützte Strömungsanalyse (CFD) bei 14 Patienten belegte anhaltende Reduktionen des Blutflusses ins Aneurysma, des Anteils hoher Strömungsgeschwindigkeiten und der Wandscherkräfte – alle Veränderungen waren nach sechs Monaten statistisch signifikant. Komplikationen traten selten auf: zwei intra-prozedurale Thrombosen (ohne bleibende Defizite) und ein Todesfall durch verzögerte In-Stent-Thrombose (1,6 Prozent Mortalität).
Die Autoren sehen im LVIS-Stent eine Kombination aus mechanischer Unterstützung und Strömungsmodifikation, die die Thrombosebildung und Heilung begünstigen kann. Sie betonen die Notwendigkeit prospektiver Studien und einer sorgfältigen Stent-Platzierung zur Vermeidung thrombotischer Risiken.

