Zwei neu erteilte Patente erweitern das technologische Portfolio zur automatisierten Extraktion klinisch relevanter Daten aus medizinischen Bildgebungen. Das auf Mutter-Kind-Gesundheit spezialisierte Unternehmen Ultrasound AI, Inc. hat im September 2026 zwei weitere Patente in den USA zugesprochen bekommen. Die geschützten Verfahren umfassen die KI-gestützte Erkennung von Arzneimittelexpositionen im Gewebe sowie umfassende Ansätze zur allgemeinen Diagnosefindung und Optimierung von Behandlungsplänen. Damit wächst das US-Patentportfolio des Medizintechnik-Entwicklers auf insgesamt sechs Schutzrechte an.
KI-Erkennung von Arzneimittelexpositionen und Krankheitsverläufen
Die beiden neu erteilten Patente decken zwei unterschiedliche, forschungsbasierte Anwendungsbereiche von neuronalen Netzwerken in der medizinischen Bildanalyse ab:
- U.S. Patent Nr. 12.721.589 B2 (erteilt am 1. September 2026): Dieses Patent mit dem Titel Artificial Intelligence System for Determining Drug Use Through Medical Imaging beschreibt Methoden zum Training neuronaler Netzwerke. Die Algorithmen sind darauf ausgelegt, pharmazeutische Belastungen oder die Exposition gegenüber Medikamenten direkt aus medizinischen Bildern abzuschätzen. Hierzu filtriert das System das Bildmaterial vorab autonom nach Qualitäts- und Relevanzkriterien.
- U.S. Patent Nr. 12.733.901 (erteilt am 15. September 2026): Unter dem Titel Artificial Intelligence System for Comprehensive Medical Diagnosis, Prognosis, and Treatment Optimization Through Medical Imaging wird ein Verfahren geschützt, das Bilddaten tiefgreifend analysiert. Ziel ist es, automatisierte Prognosen zum Krankheitsverlauf zu erstellen und den behandelnden Ärzten datengestützte Vorschläge zur Optimierung des Therapieplans zu liefern.
Laut Unternehmensangaben dienen die Patente der Absicherung der technologischen Grundlagen und spiegeln die wissenschaftliche Erweiterung von der reinen Schwangerschaftsdiagnostik hin zu breiteren medizinischen Feldern wider. Die Erteilungen haben jedoch keinen direkten Einfluss auf die von der US-Zulassungsbehörde FDA bereits genehmigten Indikationen der aktuellen Produktlinie.
Integration in die Geburtshilfe
Das Kernprodukt des Unternehmens, eine Software namens Delivery Date AI™, erhielt bereits Anfang 2026 die offizielle De-Novo-Zulassung der FDA (Zulassungsnummer DEN250007). Es handelt sich um das erste zugelassene System, das den voraussichtlichen Entbindungstermin einer Schwangeren ausschließlich durch die computergestützte Analyse von standardmäßigen Ultraschallbildern berechnen kann.
Die Technologie soll sich nahtlos in bestehende klinische Arbeitsabläufe in Krankenhäusern und radiologischen Zentren integrieren lassen, um Ärzten durch frühe datenbasierte Einblicke eine präzisere Vorhersage von Frühgeburten zu ermöglichen. Neben den US-Patenten hält das in Colorado ansässige Unternehmen bereits Patenterechte in Israel, Singapur, Japan und Südkorea.
Die wirtschaftlichen und technischen Details wurden im Rahmen einer offiziellen Geschäftsmeldung bekannt gegeben; wissenschaftliche Publikationsdaten oder ein Zeitschriften-DOI existieren für diese rein patentrechtlichen Erteilungen nicht.
