Mutationen im ATRX-Gen, die bei vielen Gliomen vorkommen, verändern die DNA-Struktur und Chromatin-Interaktionen. Dadurch werden krebsfördernde Signalwege aktiviert, die das Tumorwachstum vorantreiben. Das zeigt eine Studie des MD Anderson Cancer Center.
Die Forschenden um Jason Huse und Kunal Rai fanden heraus, dass der Verlust von ATRX nicht nur zufällige Schäden verursacht, sondern die Genregulation gezielt umprogrammiert. Besonders betroffen sind die Signalwege HOXA, WNT5A und SLITRK6. Diese fördern die Migration von Krebszellen und das Tumorwachstum.
In präklinischen Modellen konnte das Wachstum von ATRX-mutierten Gliomen durch Blockade des HOXA-Signalwegs mit dem Peptid HXR9 deutlich verlangsamt werden. Die Tiere lebten länger. Auch die Hemmung von WNT5A und SLITRK6 reduzierte die Beweglichkeit der Tumorzellen.
„ATRX-Mutationen sind ein definierendes Merkmal vieler Gliome. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Verlust von ATRX nicht nur zufällige Schäden verursacht, sondern die Architektur der Genregulation gezielt umprogrammiert“, erklärte Jason Huse.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nucleic Acids Research veröffentlicht. Die Erkenntnisse eröffnen neue therapeutische Ansätze für Patienten mit ATRX-mutierten Gliomen, indem sie die funktionellen Folgen der Mutation in den Mittelpunkt rücken.


