Panik statt Fakten: Die Paracetamol-Kontroverse als Sturm im Wasserglas
Ein kritisches Editorial über wissenschaftliche Verantwortung und mediale Hysterie Die American Pharmacists Association (APhA) hat am 23. September 2025 mit einer klaren Stellungnahme reagiert: Behauptungen, dass Paracetamol (Acetaminophen) in der Schwangerschaft Autismus verursache, seien wissenschaftlich unhaltbar. Zwei renommierte Studien, darunter eine aus dem Vorjahr, fanden keine signifikanten Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen bei Kindern. Dennoch flammt die Debatte immer wieder auf, angeheizt von alarmistischen Schlagzeilen und fragwürdigen „Sicherheitsbedenken“, die mehr Verwirrung als Klarheit schaffen. Dieses Editorial legt den Finger in die Wunde: Die Paracetamol-Kontroverse ist ein Lehrstück über die gefährliche Mischung aus wissenschaftlicher Halbwahrheit, medialer Sensationslust und der Verunsicherung von Patient:innen. Paracetamol ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler der Selbstmedikation – und das aus gutem Grund. Es ist das einzige von der FDA zugelassene Medikament, das bei…


