San Francisco – Gewohnheitsmäßige Cannabiskonsumenten hatten an Tagen mit Inhalation etwa neun Prozent weniger vorzeitige Herzschläge als an Abstinenztagen. Besonders betroffen waren vorzeitige atriale Kontraktionen (PACs), ein wichtiger Risikofaktor für Vorhofflimmern. Das zeigt eine randomisierte Crossover-Studie der University of California, San Francisco (UCSF), die im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurde (DOI: 10.1016/j.jacc.2026.07.014).
An der Untersuchung nahmen 108 Erwachsene teil, die regelmäßig Cannabis rauchen oder vapen und keine diagnostizierten Herzrhythmusstörungen hatten. Über 14 Tage wurden sie täglich zufällig entweder zum Konsum oder zur Abstinenz eingeteilt. Dabei trugen sie kontinuierlich ein EKG-Gerät, Aktivitäts- und Schlaftracker sowie einen Glukosemonitor.
Es fanden sich keine signifikanten Veränderungen bei vorzeitigen ventrikulären Kontraktionen (PVCs), täglichen Schritten, Schlafdauer oder Blutzuckerwerten. Die Forschenden um Gregory Marcus hatten ursprünglich einen Anstieg der Rhythmusstörungen erwartet und zeigten sich überrascht von den Ergebnissen.
Marcus betonte, die Studie untersuche nur akute Effekte bei regelmäßigen Konsumenten und sei nicht darauf ausgelegt, langfristige Gesundheitsfolgen zu bewerten. Die Gesamtbilanz von inhaliertem Cannabis könne weiterhin negativ ausfallen. Die Beobachtung könne jedoch Hinweise auf biologische Mechanismen vorzeitiger atrialer Kontraktionen liefern und langfristig neue Ansätze zur Vorbeugung oder Behandlung von Herzrhythmusstörungen ermöglichen.
