Candida-Infektionen: Toxin-Dosierung entscheidet über Besiedlung oder Krankheit
Ein internationales Forschungsteam aus Zürich, Jena und Paris hat neue Erkenntnisse über den Hefepilz Candida albicans veröffentlicht, die für die Behandlung von Pilzinfektionen wegweisend sein könnten. Die Studie, erschienen in Nature Microbiology, zeigt, dass das Toxin Candidalysin nicht nur Infektionen auslöst, sondern auch in geringen Mengen dem Pilz hilft, die Mundschleimhaut unauffällig zu besiedeln. Eine fein abgestimmte Toxinmenge ist entscheidend, damit der Pilz das Immunsystem umgeht und langfristig im Mund überlebt. Candida albicans ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Mikrobioms, kann jedoch bei Immungeschwächten schwere Infektionen verursachen. In seiner fadenförmigen Hyphenform produziert der Pilz Candidalysin, ein Protein, das Wirtszellen angreift. Die Forschenden fanden heraus, dass eine minimale Toxinproduktion dem Pilz erlaubt, sich in der Mundschleimhaut zu verankern, ohne eine starke Immunreaktion auszulösen. Zu viel Toxin führt hingegen zu Entzündungen, die den Pilz schnell eliminieren. Die Studie verglich zwei Pilzstämme: Der…

