Statine als Cholesterinsenker: Wirkungsweise im Detail
Statine (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer) gehören zu den am besten untersuchten und am häufigsten verordneten Medikamentenklassen weltweit. Sie sind die erste Wahl zur Senkung des LDL-Cholesterins und zur Primär- sowie Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse. Ihre Hauptwirkung entfalten sie durch eine gezielte Hemmung der Cholesterinbiosynthese in der Leber, ergänzt durch zahlreiche weitere (sogenannte pleiotrope) Effekte. Primärer Wirkmechanismus: Hemmung der HMG-CoA-Reduktase Der zentrale Angriffspunkt aller Statine ist das Enzym 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym-A-Reduktase (kurz: HMG-CoA-Reduktase oder HMGCR). Dieses Enzym katalysiert den geschwindigkeitsbestimmenden (rate-limiting) Schritt in der endogenen Cholesterinbiosynthese: Statine wirken als kompetitive Inhibitoren: Folgen der HMG-CoA-Reduktase-Hemmung in der Leberzelle: Die LDL-C-Senkung korreliert linear mit der Risikoreduktion: Pro 1 mmol/l (39 mg/dl) LDL-C-Absenkung sinkt das relative Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um ca. 20–25 % pro Jahr (CTT-Metaanalysen). Pleiotrope (nicht-lipidbezogene) Effekte Da die HMG-CoA-Reduktase nicht nur Cholesterin, sondern den gesamten Mevalonat-Weg blockiert, entstehen Zwischenprodukte (Isoprenoide) weniger: Wichtige pleiotrope Effekte (evidenzbasiert,…
