New York (LabNews Media LLC) – Darmkrebszellen können ihre Identität verändern, um in die Leber zu streuen und dort neue Tumoren zu bilden. Das zeigt eine Studie von Forschenden des Weill Cornell Medicine und des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Im Mittelpunkt steht der Transkriptionsfaktor GATA6. Normalerweise sorgt er dafür, dass die Zellen der Darmschleimhaut ihre stabile Identität behalten. Bei Darmkrebszellen führt der Verlust von GATA6 jedoch dazu, dass sie in einen primitiveren, flexibleren Zustand übergehen. Sie nehmen dabei fetale Genprogramme an und wechseln von LGR5-positiven zu LGR5-negativen Zellen, die besonders gut in der Lage sind, Lebermetastasen zu bilden.
In Mausmodellen führte die genetische Ausschaltung von GATA6 zu einer signifikanten Zunahme von Lebermetastasen, ohne dass das Wachstum des Primärtumors wesentlich beeinflusst wurde. Umgekehrt verringerte die Wiederherstellung von GATA6 die Fähigkeit der Krebszellen zur Metastasierung.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass epigenetische Veränderungen – also Veränderungen in der Genaktivität ohne Veränderung der DNA-Sequenz – eine wichtigere Rolle bei der Entstehung von Lebermetastasen spielen als bisher angenommen.
Dr. Norihiro Goto, einer der Studienleiter, erklärte: „Wir haben entdeckt, dass der Verlust von GATA6 als kritischer Schalter fungiert, der Krebszellen im Primärtumor von nicht-metastatisch zu pro-metastatisch verändert.“ Die Ergebnisse könnten GATA6 als Biomarker für das Metastasierungsrisiko nutzbar machen und neue therapeutische Ansätze eröffnen, die darauf abzielen, die Plastizität der Krebszellen zu blockieren.
Die Studie wurde in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Die Forscher sehen darin einen wichtigen Schritt, um nicht nur Primärtumoren, sondern auch die Mechanismen der Metastasierung frühzeitig zu bekämpfen.
