Zum Inhalt springen

Dossier: Organ-on-a-Chip Herzmodelle

Organ-on-a-Chip-Herzmodelle (Heart-on-a-Chip)

Heart-on-a-Chip-Systeme sind mikrofluidische Plattformen, die menschliche Herzgewebe in miniaturisierter, physiologisch relevanter Form nachbilden. Sie kombinieren meist iPSC-abgeleitete Kardiomyozyten (häufig mit Fibroblasten und Endothelzellen) in 3D-Strukturen und ermöglichen die simultane Messung von Kontraktilität, Elektrophysiologie, Kalzium-Handling und Metabolismus unter kontrollierten Bedingungen.

Aufbau und Funktionsprinzip

  • Mikrofluidik-Chips mit Kammern oder Kanälen, in denen Zellen in Hydrogelen (Fibrin, Kollagen, Matrigel) kultiviert werden.
  • Flexible Pfeiler oder Membranen dienen als Verankerung und erlauben die optische oder sensorbasierte Erfassung der Kontraktionskraft.
  • Integrierte Sensoren (optisch, elektrische Elektroden, mechanische Stress-Sensoren) ermöglichen kontinuierliche, nicht-invasive Messungen.
  • Viele Systeme bieten mechanische und elektrische Stimulation (Pacing, Stretching), um die Reifung der Kardiomyozyten zu fördern und physiologische Belastungen nachzuahmen.
  • Fortgeschrittene Modelle enthalten perfusionsfähige Gefäße, sodass Nährstoff- und Medikamentenzufuhr sowie Ischämie-Szenarien untersucht werden können.

Anwendungen

  • Wirkstoff-Screening und Toxizität: Frühe Erkennung von Kardiotoxizität (z. B. Arrhythmien, Kontraktilitätsstörungen), die in klassischen Zellkulturen oder Tierversuchen oft übersehen wird.
  • Krankheitsmodellierung: Patientenspezifische iPSC-CMs erlauben die Nachbildung genetischer Kardiomyopathien, Ischämie oder Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF).
  • Nanomedizin und Delivery-Studien: Test von gezielten Nanocarriern in vaskularisierten Modellen.
  • Reduktion von Tierversuchen und bessere Vorhersage der humanen Reaktion.

Aktuelle Entwicklungen (Stand 2025/2026)

  • Vollständig 3D-gedruckte Heart-on-a-Chips mit integrierten Sensoren (Harvard).
  • Vaskularisierte und perfusionsfähige Modelle, die Ischämie und Medikamentenabgabe realistisch abbilden.
  • Kombinierte Ansätze aus 3D-Kultur, metabolischer Reifung (Fettsäuren, T3, Hormone) und mechanischer/elektrischer Stimulation.
  • Multi-Organ-Chips, bei denen Herzgewebe mit Leber, Niere oder Gefäßsystemen verbunden wird.
  • Protokolle zur standardisierten Herstellung (z. B. Nature Protocols 2025) senken die Variabilität und erleichtern die industrielle Nutzung.

Vorteile gegenüber klassischen Methoden

  • Höhere physiologische Relevanz als 2D-Monolayer.
  • Human-spezifisch (iPSC-basiert) und patientenspezifisch möglich.
  • Parallele, hochdurchsatzfähige Tests bei geringem Zellverbrauch.
  • Echtzeit-Messung mehrerer Parameter (Kraft, Ca²?, Aktionspotenziale).

Herausforderungen

  • Vollständige adulte Reifung der Kardiomyozyten ist noch nicht erreicht.
  • Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit zwischen Laboren.
  • Kosten und technische Komplexität der Chips.
  • Regulatorische Anerkennung (erste Organ-Chips sind bei der FDA im ISTAND-Programm).

Heart-on-a-Chip-Technologie hat sich von einfachen kontrahierenden Geweben zu komplexen, vaskularisierten und sensorintegrierten Systemen entwickelt und gilt als eines der vielversprechendsten Werkzeuge für die präklinische Herzforschung und personalisierte Medizin.

Organ-on-a-Chip-Herzmodelle (Heart-on-a-Chip)

Heart-on-a-Chip-Systeme sind mikrofluidische Plattformen, die menschliche Herzgewebe in miniaturisierter, physiologisch relevanter Form nachbilden. Sie kombinieren meist iPSC-abgeleitete Kardiomyozyten (häufig mit Fibroblasten und Endothelzellen) in 3D-Strukturen und ermöglichen die simultane Messung von Kontraktilität, Elektrophysiologie, Kalzium-Handling und Metabolismus unter kontrollierten Bedingungen.

Aufbau und Funktionsprinzip

  • Mikrofluidik-Chips mit Kammern oder Kanälen, in denen Zellen in Hydrogelen (Fibrin, Kollagen, Matrigel) kultiviert werden.
  • Flexible Pfeiler oder Membranen dienen als Verankerung und erlauben die optische oder sensorbasierte Erfassung der Kontraktionskraft.
  • Integrierte Sensoren (optisch, elektrische Elektroden, mechanische Stress-Sensoren) ermöglichen kontinuierliche, nicht-invasive Messungen.
  • Viele Systeme bieten mechanische und elektrische Stimulation (Pacing, Stretching), um die Reifung der Kardiomyozyten zu fördern und physiologische Belastungen nachzuahmen.
  • Fortgeschrittene Modelle enthalten perfusionsfähige Gefäße, sodass Nährstoff- und Medikamentenzufuhr sowie Ischämie-Szenarien untersucht werden können.

Anwendungen

  • Wirkstoff-Screening und Toxizität: Frühe Erkennung von Kardiotoxizität (z. B. Arrhythmien, Kontraktilitätsstörungen), die in klassischen Zellkulturen oder Tierversuchen oft übersehen wird.
  • Krankheitsmodellierung: Patientenspezifische iPSC-CMs erlauben die Nachbildung genetischer Kardiomyopathien, Ischämie oder Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF).
  • Nanomedizin und Delivery-Studien: Test von gezielten Nanocarriern in vaskularisierten Modellen.
  • Reduktion von Tierversuchen und bessere Vorhersage der humanen Reaktion.

Aktuelle Entwicklungen (Stand 2025/2026)

  • Vollständig 3D-gedruckte Heart-on-a-Chips mit integrierten Sensoren (Harvard).
  • Vaskularisierte und perfusionsfähige Modelle, die Ischämie und Medikamentenabgabe realistisch abbilden.
  • Kombinierte Ansätze aus 3D-Kultur, metabolischer Reifung (Fettsäuren, T3, Hormone) und mechanischer/elektrischer Stimulation.
  • Multi-Organ-Chips, bei denen Herzgewebe mit Leber, Niere oder Gefäßsystemen verbunden wird.
  • Protokolle zur standardisierten Herstellung (z. B. Nature Protocols 2025) senken die Variabilität und erleichtern die industrielle Nutzung.

Vorteile gegenüber klassischen Methoden

  • Höhere physiologische Relevanz als 2D-Monolayer.
  • Human-spezifisch (iPSC-basiert) und patientenspezifisch möglich.
  • Parallele, hochdurchsatzfähige Tests bei geringem Zellverbrauch.
  • Echtzeit-Messung mehrerer Parameter (Kraft, Ca²?, Aktionspotenziale).

Herausforderungen

  • Vollständige adulte Reifung der Kardiomyozyten ist noch nicht erreicht.
  • Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit zwischen Laboren.
  • Kosten und technische Komplexität der Chips.
  • Regulatorische Anerkennung (erste Organ-Chips sind bei der FDA im ISTAND-Programm).

Heart-on-a-Chip-Technologie hat sich von einfachen kontrahierenden Geweben zu komplexen, vaskularisierten und sensorintegrierten Systemen entwickelt und gilt als eines der vielversprechendsten Werkzeuge für die präklinische Herzforschung und personalisierte Medizin.

LabNews Media LLC

LabNews Media LLC

The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu