Montreal – Ein innovatives Modell für Jugend-Mentalgesundheitsdienste kann die Versorgung verbessern und das kanadische Gesundheitssystem entlasten. Das zeigt eine von Forschern der McGill University und des Douglas Research Centre geleitete retrospektive Kohortenstudie, die in The Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde.
Untersucht wurde das pan-kanadische Programm ACCESS Open Minds, das die Versorgung von Krankenhäusern und anderen institutionellen Einrichtungen in gemeindebasierte Dienste verlagert. Verglichen wurden 1415 Jugendliche (Durchschnittsalter 20,1 Jahre), die über ACCESS Open Minds betreut wurden, mit 9217 Jugendlichen (Durchschnittsalter 19,3 Jahre) in konventionellen gemeindenahen Mentalgesundheitsdiensten.
Die ACCESS-Open-Minds-Gruppe hatte intensivere Versorgungsbedarfe, zeigte jedoch statistisch signifikante Einsparungen: 1961 kanadische Dollar pro Person und Jahr bei Krankenhausaufnahmen, 613 Dollar bei ambulanten Leistungen, 432 Dollar bei Spezialistenbesuchen, 47 Dollar bei Hausarztbesuchen und 1256 Dollar bei öffentlichen Wohnheimen. Keine signifikanten Unterschiede gab es bei Notaufnahmen, Rezepten, gemeindenahen Mentalgesundheitsbesuchen oder vertraglich vereinbarten Wohnheimen.
Die Netto-Kostensenkung betrug 4355 Dollar pro Person und Jahr bei Implementierungskosten von 448 Dollar. Das ergibt einen Nettonutzen von 3907 Dollar und eine Rendite von 9,7 (nahezu zehn Dollar für jeden investierten Dollar). Die Einsparungen realisieren sich vor allem, wenn auch Jugendliche mit hohem vorherigen Versorgungsbedarf eingeschlossen werden.
Lead-Autor Jai Shah (McGill University, Department of Psychiatry und Douglas Research Centre) betonte, dass öffentliche Vorteile davon abhängen, dass die Dienste für junge Menschen mit den größten Bedarfen zugänglich bleiben. Das Team erweitert die Analyse auf weitere ACCESS-Open-Minds-Standorte, einschließlich kleinerer Gemeinden und indigener Bevölkerungsgruppen.
DOI: 10.1016/S2215-0366(26)00165-3
