Birmingham – Die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig beruht nicht allein auf dem Zuckergehalt und dem Inhaltsstoff Methylglyoxal (MGO). Das zeigt eine Studie der Aston University in Zusammenarbeit mit dem neuseeländischen Hersteller Comvita, die am 11. August 2026 veröffentlicht wurde.
Forschende um Dr. Jonathan Cox testeten Manuka-Honige mit unterschiedlichen Unique-M?nuka-Factor-Werten (UMF 5+ bis 20+) an Bakterien, die Atemwegsinfektionen verursachen. Die antimikrobielle Aktivität stieg erwartungsgemäß mit höherem UMF-Wert. Künstliche Mischungen mit denselben Konzentrationen an Zucker und MGO erreichten jedoch nicht dieselbe Wirkung. Das deutet darauf hin, dass weitere bioaktive Verbindungen oder Wechselwirkungen zwischen den Inhaltsstoffen maßgeblich beteiligt sind.
Manuka-Honig gilt als vielversprechende Option angesichts wachsender Antibiotikaresistenzen, da bisher keine vergleichbare Resistenzentwicklung beobachtet wurde. Das Team arbeitet nun gemeinsam mit Comvita daran, die zusätzlichen Wirkstoffe und ihre Interaktionen zu identifizieren. Ein besseres Verständnis könnte die Entwicklung von Honig-basierten Therapien und antimikrobiellen Produkten unterstützen.
Dr. Jonathan Cox erklärte, Manuka-Honig werde oft nur über den MGO-Gehalt betrachtet, die Realität sei jedoch komplexer. Hochwertiger Manuka-Honig beziehe seine Wirkung aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dieses Verständnis könne neue Ansätze im Kampf gegen Infektionen und die antimikrobielle Resistenz eröffnen.
Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Microbiology (DOI: 10.1099/mic.0.001746).


