Bonn (LabNews Media LLC) – Das Modellvorhaben zur umfassenden Diagnostik und Therapiefindung mittels Genomsequenzierung hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Drei Monate nach Beginn des operativen Betriebs der Datenplattform lagen bereits 25.000 qualitätsgesicherte Datensätze vor.
Das Projekt ist Teil der Nationalen Strategie für Genommedizin (genomDE). Ziel ist es, klinische und genomische Daten von Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen sowie erblichen und fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zusammenzuführen. Die Daten sollen präzisere Diagnosen ermöglichen, individuelle Therapieentscheidungen verbessern und die biomedizinische Forschung voranbringen.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betreibt die Datenplattform. Nach Angaben des Instituts verläuft das Vorhaben seit den ersten Datenübermittlungen im Testbetrieb im Juli 2025 planmäßig und schafft die Grundlage für eine stärkere Nutzung der Genommedizin in Versorgung und Forschung.
PD Dr. Andreas Till, Leiter der Datenplattform, bewertete den bisherigen Verlauf positiv. Die 25.000 Datensätze zeigten, dass das Modellvorhaben erfolgreich angelaufen sei und zur Verbesserung der klinischen Versorgung sowie zur Förderung innovativer Forschung beitragen könne.
Prof. Dr. Evelin Schröck, Fachärztin für Humangenetik am Universitätsklinikum Dresden und Sprecherin des genomDE-Beirats, hob die Bedeutung für die Patientenversorgung hervor. Eine molekular gesicherte Diagnose bei seltenen Erkrankungen sei wegweisend für die Behandlung. Bei Krebserkrankungen könnten neue Therapien und individuelle Behandlungsmöglichkeiten die Lebensqualität verbessern und die Überlebenschancen erhöhen.
Perspektivisch soll die Datenplattform auch die Vernetzung mit nationalen und internationalen Dateninfrastrukturen unterstützen und zur Weiterentwicklung gemeinsamer Standards in der Genommedizin beitragen. Am 28. und 29. September 2026 findet in Bonn das genomDE Symposium statt, bei dem die bisherigen Fortschritte und nächsten Schritte diskutiert werden.
