Eine Übersichtsarbeit fasst Fortschritte der Multi-Omics-Technologien zusammen und zeigt, dass Organschäden bei Morbus Fabry weit über die Ansammlung von Stoffwechselprodukten hinausgehen. Oxidativer Stress, Entzündung, mitochondriale Dysfunktion, gestörte Zellsignale, Fibrose und Immunaktivierung spielen eine zentrale Rolle. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Genes & Diseases (DOI: 10.1016/j.gendis.2025.101949).
Morbus Fabry ist eine seltene erbliche Erkrankung, bei der Mutationen im GLA-Gen die Aktivität des Enzyms ?-Galactosidase A mindern. Dadurch lagern sich Substrate ab und schädigen Nieren, Herz, Nervensystem sowie weitere Organe. Bisherige Therapien – Enzymersatz, Chaperone, Gentherapie und Substratreduktion – können das Fortschreiten verlangsamen, heilen die Erkrankung jedoch nicht.
Transcriptomik, Proteomik und Metabolomik decken komplexe Netzwerke auf: In den Nieren tragen Podozytenschäden, gestörter Energiestoffwechsel, Ferroptose und Komplementaktivierung zu Proteinurie, Vernarbung und Funktionsverlust bei. Am Herzen stehen oxidativer Stress, gestörte Energieproduktion, veränderter Lipidstoffwechsel und gestörter Proteintransport im Vordergrund. Neurologische Symptome hängen mit Gefäßschäden, Neuroinflammation und veränderter Nervensignalübertragung zusammen.
Die Erkenntnisse erweitern das Verständnis der Pathophysiologie und eröffnen Möglichkeiten für frühere Diagnosen, neue Biomarker und personalisierte Behandlungen. Die Arbeit wurde unter anderem durch Programme der Provinz Jiangsu und der Southeast University gefördert.
