Methodische Mängel in der ADHS-Forschung bei Erwachsenen erschweren klinische Anwendung
Eine neue Studie der Universitäten Kopenhagen und São Paulo, veröffentlicht in European Psychiatry, deckt erhebliche methodische Schwächen in der klinischen Forschung zu ADHS bei Erwachsenen auf. Die Forscher Dr. Igor Studart, Prof. Dr. Julie Nordgaard und Mads Gram Henriksen untersuchten 292 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und stellten fest, dass die Hälfte keine gründliche diagnostische Bewertung durchführte, um andere psychische Störungen wie Depressionen oder Schizophrenie auszuschließen. Zudem hatten über die Hälfte der Studien Probanden mit komorbiden psychischen Erkrankungen, was die Zuordnung von Symptomen erschwert. Die Diagnose von ADHS im Erwachsenenalter ist komplex, da die Kriterien ursprünglich für Kinder entwickelt wurden und bei Erwachsenen oft subjektive Symptome wie Konzentrationsprobleme oder Impulsivität im Fokus stehen. Diese teilen sich ADHS mit anderen Störungen, weshalb eine differenzierte Diagnostik essenziell ist. Die Studie zeigt jedoch, dass in 61 % der RCTs nicht dokumentiert wurde, wer die…
