Contergan-Derivat zerstört resistente Krebszellen
Kaum ein Wirkstoff hat eine so bewegte Geschichte hinter sich wie Thalidomid. Das Molekül ist der zentrale Inhaltsstoff von Contergan, das in den 1950er-Jahren in vielen Ländern als Beruhigungs- und Schlafmittel zugelassen wurde. Doch bald stellte sich heraus, dass Schwangere, die Contergan genommen hatten, oft Kinder mit schweren Fehlbildungen zur Welt brachten. Und dennoch setzt die Medizin seit einigen Jahrzehnten wieder große Hoffnung in den Wirkstoff. Denn in Studien zeigte sich unter anderem, dass er das Wachstum von Blutgefäßen unterbindet und sich damit möglicherweise dazu eignet, Tumoren von ihrer Nährstoffversorgung abzuschneiden. Später erwies er sich außerdem als sehr effektiv für die Behandlung von Multiplen Myelomen, bösartigen Tumoren im Knochenmark. „Wir wissen inzwischen, dass Thalidomid ein sogenannter molekularer Klebstoff ist“, erklärt Dr. Xinlai Cheng vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt. „Das heißt, der Wirkstoff hat die Fähigkeit, zwei Proteine…

