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Urologie: Bekanntes Medikament bekämpft wiederkehrende Blasenentzündungen über zweiten Wirkweg

Split fluorescence microscopy image comparing control left with Uro Vaxom OM 89 treated sample right gray nuclei with white speckles bluecyan and magenta staining highlight cellular components

Lausanne (LabNews Media LLC) – Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) hat einen bisher unbekannten zellulären Schutzmechanismus gegen wiederkehrende Harnwegsinfektionen entschlüsselt. In einer In-vitro-Studie mit Organoiden wiesen die Wissenschaftler nach, dass das seit Jahrzehnten zur Prophylaxe eingesetzte Medikament OM-89 (Handelsname Uro-Vaxom®) direkt die zellulären Abbauwege in der Blasenwand aktiviert und zeitgleich die Aufnahme von Antibiotika in die Zellen drastisch erhöht. Die am Freitag im Fachjournal PLOS Pathogens veröffentlichte Arbeit liefert damit neue Ansätze für eine wirksamere Bekämpfung hartnäckiger bakterieller Infektionen abseits klassischer Antibiotikaresistenzen (DOI: 10.1371/journal.ppat.1014448).

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen weltweit und werden primär durch uropathogene Stämme des Bakteriums Escherichia coli ausgelöst. Ein großes klinisches Problem ist die hohe Rückfallquote: Die Erreger dringen in die Auskleidung der Blasenwand (Epithel) ein und entziehen sich dort sowohl der körpereigenen Immunabwehr als auch herkömmlichen Antibiotika. Überleben die Erreger in diesen zellulären Verstecken, können sie sich später erneut unkontrolliert vermehren. Wiederholte Antibiotika-Kuren bergen zudem das Risiko, gefährliche bakterielle Resistenzen zu züchten.

Das Team um Kathrin Tomasek und John McKinney untersuchte die Effekte von OM-89 an menschlichen und murinen Blasenepithelzellen. Bislang ging die Fachwelt davon aus, dass das Präparat ausschließlich das unspezifische Immunsystem stimuliert. Die Analysen zeigten jedoch, dass das Medikament direkt die Aktivität und die Ansäuerung der Lysosomen – den zellulären Entsorgungsstationen – ankurbelt. Sobald die Forscher diese lysosomale Ansäuerung im Labor künstlich blockierten, ging die schützende Wirkung von OM-89 verloren, was die direkte Beteiligung dieses zellulären Abbauwegs an der Erregervernichtung belegt.

Parallel dazu dokumentierten die Wissenschaftler eine signifikant gesteigerte Akkumulation von Antibiotika im Inneren der Blasenzellen, wenn diese zuvor mit OM-89 behandelt worden waren. Bei einer kombinierten Verabreichung stieg die bakterielle Sterberate an, während das Risiko für ein erneutes Aufflammen der Infektion nach dem Absetzen der Antibiotika sank. Dieser Effekt erwies sich als universell über verschiedene Antibiotikaklassen und diverse Bakterienstämme hinweg. Die Forscher betonen, dass dieser wirtsorientierte Therapieansatz die körpereigene Abwehr infizierter Gewebe gezielt stärkt und künftig als Basis für optimierte Kombinationsbehandlungen dienen könnte.

Split fluorescence microscopy image comparing control left with Uro Vaxom OM 89 treated sample right gray nuclei with white speckles bluecyan and magenta staining highlight cellular components
Bild von Blasenepithelzellen die mit E coli Magenta infiziert unbehandelt Kontrolle links oder mit Uro Vaxom® OM 89 rechts behandelt wurden Die Behandlung erhöht die LAMP1 positiven Lysosomen Cyan stark KreditKreditEPFL 2026 Kathrin Tomasek CC BY SA 40
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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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