Riverside – Der Aromastoff Vanillin, der häufig in E-Zigaretten eingesetzt wird, beeinträchtigt die normale Entwicklung menschlicher embryonaler Stammzellen. Bereits nanomolare Konzentrationen führen zum Verlust der Pluripotenz und fördern die Differenzierung in Endoderm-Zellen. Das zeigt eine Studie der University of California Riverside, die in Human Reproduction veröffentlicht wurde (DOI: 10.1093/humrep/deag126).
Die Forschenden um Professorin Prue Talbot setzten menschliche embryonale Stammzellen unterschiedlichen Vanillin-Konzentrationen aus. Bei niedrigen (nanomolaren) Dosen verloren die Zellen die Fähigkeit, sich in alle drei Keimblätter zu entwickeln, und differenzierten vorwiegend in Endoderm (Vorläufer von Darm- und Atemweggewebe). Höhere (mikromolare) Konzentrationen wirkten zellschädigend und töteten die Zellen ab.
Der Effekt verläuft über den Ionenkanal TRPV4: Vanillin aktiviert diesen, löst einen Kalziumeinstrom aus und verändert die Zellentwicklung. Die Hemmung von TRPV4 blockierte die schädlichen Wirkungen.
Talbot erklärte, es gebe bislang wenig Wissen darüber, wie Vaping die frühe Embryoentwicklung beeinflusse. Die Daten legten nahe, dass nanomolare Vanillin-Mengen den Embryo erreichen könnten. Frauen sollten daher während der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch auf E-Zigaretten verzichten. Regulierungsrichtlinien orientierten sich meist an Erwachsenendaten, obwohl die pränatale Phase besonders empfindlich sei.
