Genf (LabNews Media LLC) – Das Weltwirtschaftsforum (WEF) und der Wissenschaftsverlag Frontiers haben die zehn wichtigsten aufstrebenden Technologien des Jahres 2026 vorgestellt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr ausschließlich Künstliche Intelligenz, sondern Technologien, die direkt in physische Systeme eingreifen – von Energieversorgung über Medizin bis hin zu industrieller Produktion.
Acht der zehn Technologien wirken unmittelbar auf reale Infrastrukturen, Materialien oder biologische Prozesse. Sie sollen helfen, Herausforderungen wie den Klimawandel, Ernährungssicherheit und bisher unheilbare Krankheiten zu bewältigen.
Zu den Top-Technologien zählen unter anderem:
- Everything-to-Grid-Energie: Elektrofahrzeuge und Gebäude speichern und geben Strom bedarfsgerecht ins Netz zurück.
- Direkte Lithium-Extraktion: Schnellere und umweltfreundlichere Gewinnung von Lithium für Batterien.
- Passiv strahlende Kühlmaterialien: Gebäude kühlen ohne Energieverbrauch, indem sie Sonnenlicht ins Weltall reflektieren.
- Zerstörung von PFAS: Abbau der sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ in Wasser.
- Präzisionsfermentation: Herstellung von Lebensmitteln und Wirkstoffen mit gentechnisch programmierten Mikroben.
- Exosom-basierte Medikamentenverabreichung: Zielgenaue Medikamentenlieferung über körpereigene Transportvesikel.
- Personalisierte mRNA-Krebsimpfstoffe: Immuntherapien, die auf den individuellen Tumor abgestimmt sind.
- Quanten-Simulation für die Wirkstoffentwicklung: Schnellere Identifikation neuer Medikamente.
- World Models: KI-Systeme, die physikalische Zusammenhänge der realen Welt modellieren.
- Gitterbasierte Kryptografie: Quantenresistente Verschlüsselung zum Schutz sensibler Daten.
Stephan Mergenthaler vom Weltwirtschaftsforum betonte, dass die Technologien gemeinsam ein neues Muster zeigten: Der Wettbewerbsvorteil verschiebe sich von reiner Software hin zur Kontrolle physischer Infrastrukturen, Materialien und industrieller Daten.
Frederick Fenter von Frontiers hob hervor, dass die Technologien mit dem größten Einfluss zunehmend vom Digitalen ins Physische wechselten – auch wenn Künstliche Intelligenz viele Fortschritte weiter unterstütze.
Der Bericht soll Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eine evidenzbasierte Grundlage für die kommenden Jahre bieten.
