Philadelphia (LabNews Media LLC) – Ein neues präzises Geneditierwerkzeug für Schimmelpilze hat Forschende der University of Pennsylvania entwickelt. Mit seiner Hilfe konnten sie acht bisher unbekannte Naturstoffe aus Pilzen isolieren, von denen drei vielversprechende krebshemmende Eigenschaften zeigten.
Das Tool mit dem Namen fPE7max ermöglicht es, stumme Biosynthese-Gencluster in filamentösen Pilzen gezielt zu aktivieren. Diese Cluster produzieren oft komplexe Moleküle mit medizinischem Potenzial, die unter normalen Bedingungen nicht gebildet werden. Durch die gezielte Veränderung des Regulatorgens laeA gelang es den Wissenschaftlern, neue Verbindungen freizusetzen.
Drei der entdeckten Substanzen zeigten in ersten Tests eine selektive Toxizität gegen Brustkrebs-, Leberkrebs- und Leukämiezellen. Die Forschenden sehen darin einen vielversprechenden Ansatz für die Wirkstoffsuche aus der bislang kaum erschlossenen chemischen Vielfalt der Pilzwelt.
„Es ist bemerkenswert, wie sehr die Pilzbiotechnologie bislang vernachlässigt wurde, obwohl Pilze die moderne Medizin maßgeblich geprägt haben“, erklärte Xue „Sherry“ Gao, Leiterin der Studie. Von Penicillin bis zu cholesterinsenkenden Statinen stammten viele wichtige Wirkstoffe aus Pilzen.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology veröffentlicht. Die Forschenden hoffen, mit dem neuen Werkzeug eine systematische Pipeline für die Entdeckung neuer Naturstoffe aus Pilzen zu etablieren.
