Chongqing/Chengdu – Der Wirkstoff 4-Phenylbuttersäure (4-PBA) kann das Herz während einer Sepsis schützen, indem er die Bildung von Kontaktstellen zwischen Mitochondrien und endoplasmatischem Retikulum (MAM) hemmt und so das Gleichgewicht der mitochondrialen Dynamik verbessert. Das zeigt eine präklinische Studie, die in der Fachzeitschrift Burns & Trauma veröffentlicht wurde (DOI: 10.1093/burnst/tkag039).
Sepsis führt zu Entzündung, Kreislaufversagen, metabolischem Stress und Herzfunktionsstörungen. Bisherige Therapien stabilisieren vor allem Blutdruck oder Kontraktion, greifen jedoch nicht an den zellulären Ursachen der Energiestörung an. Die Forschenden der Army Medical University und der Sichuan University untersuchten den Mechanismus in Zellkultur sowie in Maus- und Rattenmodellen der Zökum-Ligatur und -Punktion (CLP).
4-PBA unterdrückt die Hexokinase-2-abhängige Laktatproduktion, verringert die Laktylierung des Proteins ARPC1B und verhindert so eine übermäßige, aktinvermittelte MAM-Bildung. In Sepsis-Modellen stieg die MAM-Bildung auf mehr als das Dreifache; 4-PBA reduzierte die Kontaktfläche um 36,1 Prozent. Gleichzeitig blieben mitochondriales Membranpotenzial, Sauerstoffverbrauch und ATP-Produktion erhalten, die Menge reaktiver Sauerstoffspezies sank. Bei einer Dosis von 5 mg/kg verbesserten sich Herzfunktion und Überleben der Tiere.
Die Ergebnisse stammen aus präklinischen Modellen. Ob der Ansatz beim Menschen wirksam und sicher ist, muss in weiteren Studien geklärt werden. Die Arbeit wurde unter anderem von der National Natural Science Foundation of China gefördert.
