Peking – Der Einsatz multimodaler Techniken bei der Operation von IDH-mutierten niedriggradigen Gliomen im Balken (Corpus callosum) kann die vollständige Tumorentfernung deutlich erhöhen und das Überleben der Patientinnen und Patienten verlängern. Das zeigt eine retrospektive Studie des Chinese People’s Liberation Army General Hospital, die im Chinese Neurosurgical Journal veröffentlicht wurde.
Die Forschenden verglichen 64 Patientinnen und Patienten, die mit einer Kombination aus Neuronavigation, intraoperativem MRT und Neuromonitoring operiert wurden, mit 34 Patientinnen und Patienten, bei denen nur die herkömmliche Neuronavigation zum Einsatz kam. Die Operationen erfolgten zwischen 2014 und 2022.
Mit dem multimodalen Verfahren konnte der Tumor signifikant häufiger vollständig entfernt werden. Dies führte zu einer Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit um durchschnittlich etwa 30 Monate und der Gesamtüberlebenszeit um mehr als drei Jahre. Gleichzeitig kam es nicht zu einer Zunahme neurologischer Ausfälle.
Zusätzlich verbesserte eine anschließende Chemotherapie mit Temozolomid die Ergebnisse weiter. Günstige Prognosefaktoren waren zudem kleinere Tumoren, eine Beschränkung auf den vorderen Teil des Balkens (Genu), das Fehlen eines „Schmetterlingstumors“ sowie eine höhere funktionelle Leistungsfähigkeit drei Monate nach der Operation und eine MGMT-Methylierung.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass multimodale Techniken bei komplexen Gliomen in kritischen Hirnregionen in Betracht gezogen werden sollten, sofern die Ressourcen dies zulassen“, sagt der Seniorautor Dr. Jianning Zhang.
Die Studie unterstreicht nach Einschätzung der Autoren den Nutzen moderner intraoperativer Bildgebung und Funktionsüberwachung bei der Behandlung seltener, tief gelegener Hirntumoren.
