Eine Übersichtsarbeit hebt die Bedeutung von PIWI-Proteinen und PIWI-interagierenden RNAs (piRNAs) für die Steuerung von Stammzellidentität, Gewebereparatur und Differenzierung hervor. Die Moleküle wirken über epigenetische Regulation und könnten Ansatzpunkte für künftige Therapien bieten. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Genes & Diseases (DOI: 10.1016/j.gendis.2025.101854).
Das PIWI/piRNA-System wurde zunächst in Keimzellen beschrieben, findet sich aber auch in somatischen Zellen. Die Komplexe unterdrücken Transposons, beeinflussen Chromatin-Umbau, DNA-Methylierung und Genexpression und tragen dazu bei, die regenerative Kapazität von Stammzellen zu erhalten. Sie sind an der Gewebewartung und -reparatur sowie an Krankheitsprozessen beteiligt.
Die Bahn wird mit Krebsstammzellen, Therapieresistenz und Tumorprogression in Verbindung gebracht. Weitere Bezüge bestehen zur Knochenbildung, zur Funktion neuraler Stammzellen und zu altersbedingten Rückgängen. PIWI/piRNA-Moleküle könnten daher als Biomarker und therapeutische Ziele in der Onkologie, bei Skeletterkrankungen, neurodegenerativen Leiden und im Altern dienen.
Herausforderungen bleiben die präzisere Zielsteuerung, die molekulare Stabilität und die langfristige Sicherheit, bevor klinische Anwendungen möglich werden. Fortschritte bei Gentransfer, Biomaterialien und molekularer Technik könnten die Entwicklung beschleunigen. Die Arbeit wurde unter anderem von der National Natural Science Foundation of China und Programmen der Provinz Hunan gefördert.
