Florenz – Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in der Toskana weiter aus. Seit Jahresbeginn 2026 wurden 638 infizierte Wildschweine erfasst – der höchste Wert in Italien in diesem Jahr. Das Virus hat inzwischen auch zwei Schweinebetriebe erreicht.
Die Epidemie begann in der Provinz Massa-Carrara und hat sich auf Lucca und Pistoia ausgeweitet. Betroffen sind ein Betrieb in Comano und einer in San Marcello Piteglio. Die ASP ist für Menschen ungefährlich, kann aber die Schweinehaltung schwer treffen. Es gibt weder eine wirksame Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff.
Die Behörden haben die Seuche in die EU-Kategorie A eingestuft, was eine sofortige Tilgung vorschreibt. Dazu gehören das Töten betroffener Tiere sowie Einschränkungen bei Transporten und dem Handel mit Schweinen und Schweinefleisch. In der Toskana wurden territoriale Einsatzgruppen eingerichtet und Informationskampagnen gestartet.
Susanna Cenni, Präsidentin von Anci Toscana, forderte eine bessere Koordination zwischen den Gemeinden, insbesondere beim Auffinden und Einsammeln von Wildschweinkadavern. Giorgio Briganti, Sonderbeauftragter für ASP, warnte, dass Menschen das Virus passiv über kontaminierte Schuhe oder Ausrüstung verbreiten können.
EU-weit wurden 2025 bereits 11.036 Fälle bei Wildschweinen und 585 Ausbrüche in Hausschweinebeständen registriert.
