Stanford – Eine rein östrogenbasierte Hormontherapie in den Wechseljahren ist mit einem niedrigeren Risiko für Alzheimer-Erkrankungen verbunden. Das zeigt eine Studie der Stanford Medicine, die am 12. August in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde (DOI: 10.1212/WNL.0000000000218413).
Die Forschenden analysierten Daten von insgesamt 21.462 Teilnehmerinnen und untersuchten unter anderem 258 Gehirne von Frauen, die eine reine Östrogen-Therapie erhalten hatten, sowie 2.701 Gehirne von Nicht-Nutzerinnen. Bei den behandelten Frauen fanden sich seltener die typischen Alzheimer-Veränderungen wie Amyloid-Plaques und Neurofibrillen-Tangles.
Statistisch lag die Wahrscheinlichkeit für Alzheimer-Pathologie bei Östrogen-Nutzerinnen um 35 Prozent niedriger. Die Chance auf eine klinische Demenzdiagnose war um 39 Prozent reduziert. Zudem schnitten die Frauen in Gedächtnistests besser ab und blieben im Alltag selbstständiger.
Die Ergebnisse beziehen sich vor allem auf Frauen nach einer Gebärmutterentfernung, die häufig eine reine Östrogen-Therapie erhalten. Kombinierte Präparate mit Gestagen und lokale Anwendungen wurden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt. Die Studie ist beobachtend und beweist keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Die Autoren betonen, dass der Zeitpunkt des Therapiebeginns eine Rolle spielen könnte.
