Peking – Ein neuer Bluttest kann die Alzheimer-Krankheit und leichte kognitive Beeinträchtigungen durch Alzheimer anhand der Amyloid-?-Keimaktivität im Plasma nachweisen. Die Studie eines Teams um Jianping Jia vom Xuanwu Hospital der Capital Medical University ist im Chinese Medical Journal erschienen (DOI: 10.1097/cm9.0000000000004142).
Die Forschenden nutzten eine Echtzeit-Ultraschall-Methode (ultrasonic PMCA), die erstmals für die Messung der Keimaktivität von Amyloid-? im Blut eingesetzt wurde. Der Test erkennt bereits sehr geringe Mengen an Amyloid-Oligomeren und liefert Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden.
In einer Validierungskohorte mit 429 Teilnehmenden erreichte der Test eine diagnostische Genauigkeit von über 90 Prozent. Die Fläche unter der ROC-Kurve lag bei 0,93 für die Unterscheidung von Alzheimer-Patienten und kognitiv Gesunden sowie bei 0,91 gegenüber anderen Demenzformen. Auch bei leichter kognitiver Beeinträchtigung durch Alzheimer war die Keimaktivität signifikant erhöht.
Immunodepletionsexperimente bestätigten, dass die gemessene Aktivität spezifisch von Amyloid-?-Keimen stammt. Die Methode soll als wenig invasive Alternative zu Liquoruntersuchungen und PET-Scans dienen und könnte Screening, Differenzialdiagnose und Verlaufskontrolle erleichtern. Weitere größere Validierungsstudien sind geplant.

Credits: Professor Jianping Jia von der Capital Medical University, China
