Oakland – Keines der gängigen Zertifizierungsprogramme für Körperpflegeprodukte verlangt Labortests der fertigen Ware. Das zeigt eine Analyse des Million Marker Research Institute, die in der Fachzeitschrift Standards erschienen ist.
Die Forschenden um Johanna Rochester und Jenna Hua untersuchten 18 Zertifizierungs- und Screening-Programme in den USA und Europa, darunter MADE SAFE, das Environmental Working Group, COSMOS und das EU Ecolabel. Alle Programme stützen sich auf die von den Herstellern angegebenen Inhaltsstofflisten und Dokumente. Verunreinigungen, Verunreinigungen oder unbeabsichtigte Stoffe werden so nicht erkannt.
Eine begleitende Untersuchung von 113 Produkten hatte zuvor ergeben, dass in nahezu allen Proben nicht deklarierte Chemikalien mit bekannten oder vermuteten Gesundheitsrisiken enthalten waren. In jedem vierten Produkt widersprachen die gefundenen Stoffe den Angaben auf der Verpackung – etwa Phthalate in als „phthalatfrei“ gekennzeichneten Mitteln.
Auch die gesetzlichen Regelungen in den USA und der EU setzen vor allem auf Inhaltsstoffbeschränkungen und Dokumentation, nicht auf routinemäßige Tests der Endprodukte. Die Autoren schlagen vor, analytische Prüfungen – etwa nicht-zielgerichtete Screenings – zumindest für Produkte mit hoher Exposition wie Babyprodukte, Sonnenschutzmittel und Mittel für empfindliche Hautbereiche einzuführen.
