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Hilgenstock: Zwölf Annahmen verzögern Deutschlands Umgang mit KI

Hamburg – Unternehmen, Politik und Gesellschaft bereiten sich nach Einschätzung des Interim-Managers Eckhart Hilgenstock zu langsam auf künstliche Intelligenz vor, weil sie von falschen Prämissen ausgehen. In einer Mitteilung vom 10. September 2026 listete der Berater zwölf Denkfehler. KI sei keine bloße IT-Technik, sondern der Beginn eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs, dessen Tempo unterschätzt werde.

Viele Entscheider rechneten mit Verzögerung, weil frühere Technikprognosen oft überzogen gewesen seien. Diese Erfahrung stamme aus eher linearen Phasen. Digitaler Fortschritt folge exponentiellen Kurven. Hilgenstock verwies auf Moores Gesetz zur Verdopplung der Transistorzahl; zehn Verdopplungen ergäben mehr als den tausendfachen Wert. Von großen Sprachmodellen zu Agenten, Robotik und Videogenerierung seien in wenigen Jahren Schritte erfolgt, die früher Jahrzehnte gedauert hätten.

Mehrere Faktoren verstärkten sich: leistungsfähigere Chips, größere Rechenzentren, bessere Modelle, mehr Daten, effizientere Algorithmen, sinkende Kosten. KI greife in Einkauf, Produktion, Vertrieb, Personal, Forschung, Finanzen und Führung ein und automatisiere ganze Ketten. Sie sei eine Führungs-, keine reine Technikaufgabe.

Geschäftsmodelle blieben nicht unberührt. Es entstünden neue Wettbewerber mit anderen Kosten. Internationale Beratungen sagten zusätzliche Wertschöpfung in Billionenhöhe voraus; die Mitteilung nannte keine einzelne Studie.

Nationale Regeln wie der EU-AI-Act bestimmten den globalen Wettlauf nicht. Taktgeber seien Labors in den USA und China sowie Firmen wie Anthropic, OpenAI, Google/DeepMind, SpaceXAI, Nvidia, DeepSeek, Alibaba und Baidu. In Europa setze Hilgenstock Hoffnungen auf Mistral.

Rechenleistung, Spezialchips und Energiebedarf wüchsen mit. Große Infrastrukturen entstünden vor allem in den USA, China und zunehmend im Nahen Osten. Ohne eigene Kapazitäten, Energie, Kapital und Modelle drohe Europa abhängig zu bleiben. Exportkontrollen für Chips und Nutzungsgrenzen für Modelle zeigten die geopolitische Dimension. Mit „Physical AI“ – Robotern, autonomen Maschinen, KI-gesteuerter Produktion – weite sich der Einfluss auf weitere Branchen. Produktivität und Fachkräfteersatz seien möglich, Folgen für Sozialstaat, Gesundheit und Rente ebenfalls. Hilgenstock begrüßte das Nationale KI-Sicherheitsinstitut der Bundesregierung.

KI werde oft nur als Assistenz gesehen, bereite aber zunehmend Entscheidungen vor. Menschliche Führung bleibe für wesentliche, nachvollziehbare Verantwortung nötig. „Human in the Loop“ halte sich vor allem, wo Recht oder Ethik es verlangen. Heutige Halluzinationen seien kein Beweis dauerhafter Unreife. Die AGI-Debatte nannte er eine Phantomdiskussion; schon das Zusammenspiel spezialisierter Systeme könne Organisationen steuern. Turing habe 1936 mit dem Halteproblem gezeigt, dass kein Algorithmus alles im Voraus entscheiden könne.

Die Punkte sind eine persönliche Einschätzung, keine empirische Untersuchung. Hilgenstock war unter anderem bei Microsoft, Lotus und IBM tätig, ist Mitglied im Diplomatic Council und Autor von „KI-Einsatz in Unternehmen: Chancen, Risiken, Erfolge“ (ISBN 978-3-98674-114-3). Angaben zu Auszeichnungen stammen aus der Selbstbeschreibung. Kontakt: hilgenstock-hamburg.de; Presse: euromarcom public relations.

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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