Das „zweite Gehirn“ im Darm steuert das Immunsystem wie eine Weiche
Forschende am Champalimaud Centre for the Unknown in Lissabon haben entdeckt, wie das Nervensystem im Darm entscheidet, ob das Immunsystem angreift oder repariert. Die Studie, veröffentlicht in „Nature Immunology“, beschreibt erstmals einen direkten Dreier-Dialog zwischen Darmnerven, den deckenden Epithelzellen und dem Immunsystem – und identifiziert dabei den Neurotransmitter VIP (vasoaktives intestinales Peptid) als zentrale Schaltstelle. VIP wird von bestimmten Darmneuronen freigesetzt, wenn wir essen. Epithelzellen, die die Darmwand auskleiden, tragen den Rezeptor VIPR1 und empfangen das Signal. Je nachdem, ob VIPR1 aktiviert oder blockiert wird, produziert die Epithelzelle unterschiedliche Botenstoffe (Zytokine), die das Immunsystem in zwei gegensätzliche Programme lenken: Tierversuche zeigten dramatische Effekte: Mäuse ohne VIPR1 in den Epithelzellen waren deutlich anfälliger für bakterielle Infektionen wie Salmonella, aber besser gegen Parasiten geschützt. Das Nervensystem im Darm fungiert damit wie eine Weiche, die je nach Situation den passenden Immunweg wählt. Die…










