Toskana-Virus in Deutschland
Das Toskana-Virus (TOSV), ein durch Sandmücken übertragener Erreger aus der Familie der Phleboviren, stellt in Deutschland derzeit keine akute Bedrohung dar, zeigt aber eine stabile Präsenz bei importierten Fällen. Als arbovirus, das primär im Mittelmeerraum endemisch ist, verursacht es vor allem in den Sommermonaten aseptische Meningitiden, die in den meisten Fällen mild verlaufen. In Deutschland manifestiert sich die Infektion hauptsächlich bei Rückkehrern aus Italien, Spanien oder Griechenland, wo die Überträger – Sandmücken der Gattung Phlebotomus – aktiv sind. Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) überwachen die Situation engmaschig, doch die Saisonalität des Virus – mit einem Peak zwischen Juli und September – führt im November zu einer natürlichen Abschwächung. Dennoch unterstreichen Experten die Notwendigkeit erhöhter Aufmerksamkeit angesichts klimabedingter Veränderungen, die die Ausbreitung von Vektoren nach Norden begünstigen könnten. Das Toskana-Virus wurde erstmals 1971 in der italienischen Region Toskana…
