VANCOUVER, 27. August (LabNews Media LLC) – Die kanadische Regierung hat mehr als 541 Millionen Dollar für die erste Vergaberunde der Eddie-Goldenberg-Forschungssessel und des Programms Canada Impact+ Emerging Leaders zugesagt. Ziel ist es, international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Nachwuchsgruppen nach Kanada zu holen.
504 Millionen Dollar über acht Jahre finanzieren 64 Research Chairs. Weitere gut 37 Millionen Dollar sollen Hochschulen helfen, binnen eines Jahres 63 Emerging Leaders anzuwerben. Die Mittel sind Teil der im Dezember 2025 gestarteten Initiative Canada Global Impact+ Research Talent Initiative (Impact+) im Umfang von 1,7 Milliarden Dollar. Die Preisträger stammen nach Regierungsangaben aus 13 Ländern; hinzu kommen Kanadierinnen und Kanadier, die im Land bleiben.
Genannte Themenfelder sind unter anderem arktische Governance und Resilienz von Gemeinden, translationale molekulare Bildgebung und Therapie sowie nachhaltige Mobilität. Die Stühle sollen Teams aufbauen, mit Wirtschaft, Staat und Gesellschaft kooperieren und Ergebnisse in Technologien, Verfahren und Evidenz überführen.
Hintergrund
Das Chair-Programm ist mit einer Milliarde Dollar über zwölf Jahre und bis zu 100 Stühlen das Kernstück von Impact+. Es wurde nach dem verstorbenen Politikberater Eddie Goldenberg benannt. Verwaltet wird es vom Tri-agency Institutional Programs Secretariat bei den drei Bundesförderagenturen CIHR, NSERC und SSHRC. Eine multidisziplinäre Kommission unter Jean-Pierre Bourguignon, Martha Piper und Janet Rossant prüfte die Anträge der ersten Runde.
Weitere Bausteine: 120 Millionen Dollar über zwölf Jahre für internationale Forschende in frühen Karrierephasen; 400 Millionen Dollar über sechs Jahre für Infrastruktur über die Canada Foundation for Innovation; im Mai 659 Ausbildungsstipendien für Doktoranden und Postdocs aus 72 Ländern. Eine zweite Chair-Runde soll in den kommenden Monaten folgen. Insgesamt will Impact+ mehr als 1000 führende internationale und zurückkehrende Forschende gewinnen, darunter frankophone Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Bewertung
Kanada antwortet mit Tempo und hohen Summen auf den internationalen Wettbewerb um Köpfe. Die Kombination aus Stühlen, Nachwuchspreisen, Stipendien und Labors schließt eine typische Lücke: Berufungen ohne Ausstattung bleiben folgenlos.
Messbar wird der Erfolg erst später: Bleiben die Angeworbenen, entstehen Patente, Firmen oder bessere Versorgung, oder bleibt es bei Förderlogik und Standortwerbung? Die thematische Breite von Arktis bis Bildgebung ist politisch opportun, droht aber zu zerfasern, wenn keine klaren Wirkungsziele folgen. Ohne transparente Auswahlkriterien und unabhängige Evaluation bleibt die Ankündigung vor allem ein Signal – an Forschende im Ausland und an die eigene Wissenschaft.
