Campinas (LabNews Media LLC) – Krafttraining kurbelt die Verbrennung von gefährlichem viszeralem Bauchfett an, noch bevor sich erste Erfolge auf der Waage zeigen. In einer experimentellen Studie mit adipösen Mäusen an der staatlichen Universität von Campinas (UNICAMP) in Brasilien reichten bereits sieben Trainingstage aus, um Mechanismen des Fettabbaus zu aktivieren, die Größe der Fettzellen zu reduzieren und das Fettgewebe um den Darm der Tiere zu verringern. Die im Fachjournal Life Sciences veröffentlichte Untersuchung liefert neue molekulare Belege dafür, dass Krafttraining die Stoffwechselgesundheit weit vor einer sichtbaren Gewichtsabnahme verbessert (DOI: 10.1016/j.lfs.2026.124546).
Das Team um Studienleiter Leandro Moura untersuchte gezielt das mesenteriale Fettgewebe, das dem tiefen Bauchfett beim Menschen entspricht. Dieses Fett ist besonders gesundheitsschädlich, da es entzündliche Substanzen in die Blutbahn abgibt. Die Forscher ließen fettleibige Mäuse an sieben Tagen eine Treppe hinaufklettern, wobei Gewichte an deren Schwänzen befestigt waren, um ein intensives menschliches Krafttraining zu simulieren. Das Ergebnis: Obwohl das Gesamtkörpergewicht der trainierten Tiere in der kurzen Zeit unverändert blieb, schrumpften ihre Adipozyten (Fettzellen) im Vergleich zu den bewegungsarmen Kontrolltieren signifikant.
Auf zellulärer Ebene wiesen die Wissenschaftler nach, dass das Training die Interaktion zwischen den Proteinen ABHD5 und ATGL reaktivierte, wodurch die Lipolyse – die Aufspaltung und Bereitstellung von gespeichertem Fett als Energiequelle – wieder in Gang gesetzt wurde. Zudem wurde die Aktivität des Gens Scd1, das für die Fettsynthese mitverantwortlich ist, gedrosselt. Die Ergebnisse widerlegen laut den Autoren die weit verbreitete Annahme, dass ausschließlich Ausdauertraining Fett verbrennt. Das Team betont jedoch, dass es sich um experimentelle Daten an Tieren handelt und weitere klinische Studien an Menschen notwendig sind.
