Atlanta – Ein proteinbasierter MRT-Kontraststoff hat in präklinischen Versuchen Lungentumoren und versteckte Metastasen von etwa einem Millimeter Größe sichtbar gemacht. Die Arbeit unter Leitung von Jenny J. Yang (Georgia State University) und Wei Zhou (Winship Cancer Institute, Emory University) erschien in „Science Advances“ (DOI: 10.1126/sciadv.adz6815). EurekAlert berichtete am 9. September 2026.
Der Stoff hProCA32.Collagen bindet an Kollagen Typ I, das in aggressiven Lungentumoren und Metastasen vermehrt vorkommt. Getestet wurde er in Modellen aggressiver Lungenadenokarzinome mit bestimmten Mutationen, die häufig therapieresistent sind und in mehrere Organe streuen. Nach Angaben der Autoren ließen sich kleine Herde in Lunge, Nebennieren und Nieren erkennen und quantifizieren. Zusätzlich sollen biologische Merkmale abgebildet werden, die mit Invasion und Fortschreiten zusammenhängen.
Erstautoren sind Dongjun Li und Oluwabukola Bamishaye (Georgia State University). An der Kooperation beteiligt waren unter anderem Emory und die University of Alabama at Birmingham. Die Bildgebung erfolgte an der Advanced Translational Imaging Facility der Georgia State University. Gefördert wurde die Arbeit teilweise durch die US-National Institutes of Health sowie SBIR- und STTR-Mittel.
Yang betonte, Lungenkrebs werde oft erst nach der Streuung entdeckt. Das Verfahren komme ohne ionisierende Strahlung aus und könne Hinweise auf Aggressivität liefern; ob sich dadurch Biopsien vermeiden ließen, ist klinisch nicht belegt.
Die Technologie steckt im präklinischen Stadium und ist nicht am Menschen verfügbar. Die Gruppen arbeiten laut Mitteilung auf einen IND-Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA hin, um klinische Tests zu ermöglichen. Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen gegenüber CT, PET und herkömmlicher MRT beim Menschen sind offen.
