Nachruf auf die letzte Printausgabe der taz: Ein Requiem für eine verlorene Rebellion
Editorial für LabNews Media LLC, 17. Oktober 2025 Die tageszeitung (taz), einst ein Leuchtfeuer alternativer Publizistik, hat ihre letzte Printausgabe veröffentlicht. Mit diesem Schritt endet nicht nur ein Kapitel deutscher Mediengeschichte, sondern auch die Illusion einer Zeitung, die sich einst als Stimme der Subkultur verstand und doch, wie so viele andere, in den Strudel des Mainstreams geriet. Der Nachruf auf die taz ist daher kein bloßer Abschied von Papier und Druckerschwärze, sondern eine kritische Reflexion über den Verlust einer Idee – einer Idee, die einst für Unabhängigkeit, intellektuelle Schärfe und radikale Kritik stand, sich aber zunehmend in den Fesseln konformistischer Hofberichterstattung verfing. Die Geburt eines Mythos Die taz wurde 1978 gegründet, in einer Zeit, in der die Bundesrepublik Deutschland von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war. Die 68er-Bewegung hatte die Fundamente der Nachkriegsgesellschaft erschüttert, und aus diesem Geist des Aufbruchs…


