BAföG bleibt ungenutzt: Fehleinschätzungen bremsen Studierende aus
Bonn, 7. Juli 2025 – Trotz steigender Anspruchszahlen nutzen viele Studierende in Deutschland ihr Recht auf BAföG nicht. Studien des Max-Planck-Instituts für Gemeinschaftsgüter und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT zeigen, dass Fehleinschätzungen über Fördervoraussetzungen, Elterneinkommen und Rückzahlungsmodalitäten die Hauptgründe sind. Neue Ansätze wie Informationskampagnen und ein KI-Chatbot könnten die Antragszahlen erhöhen und die Bildungsgerechtigkeit stärken. Eine bundesweite Umfrage unter über 22.000 Studierenden ergab, dass bis zu 70 Prozent der Anspruchsberechtigten kein BAföG beantragen. Der Hauptgrund ist eine falsche Einschätzung der eigenen Förderfähigkeit: 82 Prozent glauben, nicht berechtigt zu sein, oft wegen überhöhter Annahmen zum Elterneinkommen. Selbst Studierende, die ihren Anspruch kennen, scheuen Anträge aus Angst vor Rückzahlungsverpflichtungen. Dabei ist die Bedürftigkeit nicht das Problem – es fehlt an Wissen. Ein Feldexperiment mit über 6.200 Studierenden bewies, dass klare Informationskampagnen die Fehleinschätzungen reduzieren und die Antragswahrscheinlichkeit um 46 Prozent steigern…

