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Frühe ungesunde Ernährung prägt das Essverhalten lebenslang

Eine ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker in der frühen Kindheit führt zu langfristigen Veränderungen im Gehirn und im Essverhalten – selbst wenn das Gewicht später normalisiert wird. Das zeigt eine neue Studie der University College Cork (UCC), die heute in Nature Communications erschienen ist. Die Forschenden setzten Mäuse in der frühen Lebensphase einer fettreichen, zuckerreichen Diät aus. Auch nach Rückkehr zu normaler Ernährung blieb das Fressverhalten im Erwachsenenalter gestört. Diese Veränderungen waren mit dauerhaften Störungen im Hypothalamus verbunden, einem zentralen Hirnzentrum für Appetit und Energiehaushalt. Besonders bedeutsam: Interventionen am Darmmikrobiom konnten diese Effekte abmildern. Der probiotische Stamm Bifidobacterium longum APC1472 verbesserte das Fressverhalten deutlich, ohne die Zusammensetzung des Mikrobioms stark zu verändern – ein Hinweis auf eine gezielte Wirkung. Eine Kombination aus Präbiotika (Fructo- und Galacto-Oligosacchariden) führte zu breiteren Veränderungen im Mikrobiom und ebenfalls zu positiven Effekten. „Was… 

Gen-Therapie gegen Sichelzellanämie bleibt in Afrika ferne Hoffnung

Während in den USA und Europa die erste zugelassene Gentherapie gegen Sichelzellanämie als Durchbruch gefeiert wird, bleibt sie für die meisten Betroffenen in Afrika auf absehbare Zeit unerreichbar. Das berichtet SciDev.Net zum Start der landesweiten Neugeborenenscreening-Pflicht in Uganda im Februar 2026. Jährlich kommen weltweit etwa 515.000 Kinder mit Sichelzellanämie zur Welt, rund 80 Prozent davon in Subsahara-Afrika. In Ländern wie Nigeria, Tansania und Uganda zählt die Erbkrankheit zu den Haupt-Todesursachen bei Kleinkindern. In Uganda sterben bis zu 80 Prozent der betroffenen Kinder vor dem fünften Lebensjahr, meist durch verzögerte Diagnose und vermeidbare Komplikationen. Uganda hat im Februar 2026 eine kostenlose Neugeborenenscreening-Pflicht in Gesundheitseinrichtungen eingeführt, um Früherkennung und lebenslange Basisbehandlung zu gewährleisten. Etwa 20.000 ugandische Kinder kommen jährlich mit der Erkrankung zur Welt. In den USA und Großbritannien wurde 2023/2024 die CRISPR-basierte Gentherapie Casgevy (exagamglogene autotemcel) von Vertex Pharmaceuticals zugelassen. Sie… 

Gallenblasenkrebs könnte bald im Blut nachgewiesen werden

Forscher der Tezpur-Universität in Assam, Indien, haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der University of Illinois Urbana-Champaign spezifische chemische Signaturen im Blut identifiziert, die eine frühere Erkennung von Gallenblasenkrebs ermöglichen könnten. Dies ist sowohl für Krebspatienten mit als auch ohne Gallensteine ??von Bedeutung, da diese beiden Gruppen häufig unterschiedliche Diagnoseverfahren erfordern. Die im „ Journal of Proteome Research“ veröffentlichten Ergebnisse weisen auf spezifische Stoffwechselmuster hin, die Gallenblasenkrebs von gesunden Erkrankungen unterscheiden. Diese Forschung eröffnet somit einen möglichen Weg zu einem nicht-invasiven Screening für eine der tödlichsten gastrointestinalen Krebsarten. Gallenblasenkrebs ist in den Vereinigten Staaten nach wie vor relativ selten. Jährlich erkranken etwa 12.000 Menschen daran, rund 2.000 sterben daran. Die Prognose ist ungünstig, da die Erkrankung oft erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird. Weltweit variiert die Häufigkeit stark, mit deutlich höheren Raten in Regionen wie dem nordindischen Bundesstaat Assam. Dort zählt Gallenblasenkrebs zu den häufigsten Krebsarten und… 

Vlad Georgescu und Marita Vollborn übernehmen Chefredaktion von LabNews-Portalen

Der unabhängige US-Fachverlag LabNews Media LLC hat die journalistischen Leiter seiner Life-Sciences-Portale neu aufgestellt.[2][3] Die langjährigen Wissenschafts- und Medizinjournalisten Vlad Georgescu und Marita Vollborn übernehmen die Chefredaktion von labnews.ai und der Schwesterplattform labnews.ai, die sich auf evidenzbasierte Berichterstattung zu Biotechnologie, Analytik, Labormedizin, Künstlicher Intelligenz und Life Sciences spezialisiert haben.[1][4][3] Beide gelten seit mehr als 25 Jahren als profilierte Stimmen im Wissenschafts- und Wirtschaftsressort, mit Veröffentlichungen unter anderem in „Süddeutsche Zeitung“, „Spiegel Online“, „Handelsblatt“, „Wirtschaftswoche“, „Frankfurter Rundschau“, „Focus Magazin“ und weiteren etablierten Medien.[5][2][3] Ihre Sachbücher sind in der Bibliothek des Deutschen Bundestags sowie in der US Library of Congress archiviert, was ihre internationale Reputation in der Fachberichterstattung unterstreicht.[1][2][3] LabNews Media LLC positioniert sich als unabhängiges Medienunternehmen ohne Konzern- oder Verbandsbindung, das auf transparente, evidenzbasierte Recherchen setzt und seine Inhalte zweisprachig in Deutsch und Englisch anbietet.[1][2][3] Mit den neuen Chefredakteuren will der… 

Weltweite Reaktionen auf die Vorstellung der Donut Lab Battery

Die Vorstellung der „Donut Battery“ durch das finnische Startup Donut Lab auf der CES 2026 in Las Vegas hat die globale Elektromobilitäts- und Batteriebranche in Aufruhr versetzt. Das Unternehmen präsentierte im Januar 2026 die weltweit erste serienreife All-Solid-State-Batterie (festkörperbasiert) für Produktionsfahrzeuge – mit spektakulären Angaben: 400 Wh/kg Energiedichte, Vollladung in fünf Minuten, bis zu 100.000 Ladezyklen, günstiger als Lithium-Ionen und bereits in Gigawattstunden-Produktion verfügbar. Die Batterie treibt seit Q1 2026 die Elektromotorräder der Marke Verge TS Pro an. Die Reaktionen sind extrem polarisiert: Während Tech-Medien und EV-Enthusiasten von einem potenziellen Game-Changer sprechen, überwiegt in Fachkreisen und bei etablierten Herstellern massive Skepsis bis hin zu offenen „Scam“-Vorwürfen. Positive und enthusiastische Stimmen Skeptische und kritische Reaktionen Aktuelle Entwicklung: Unabhängige Tests als Wendepunkt Seit dem 20. Februar 2026 veröffentlicht Donut Lab unter dem Motto „I Donut Believe“ (eine ironische Anspielung auf die Zweifel)… 

Neue Methode zur genomeweiten Kartierung von Endonuklease-Aktivität

Das US-Biotech-Unternehmen Nabsys 2.0 und das Forschungsteam von Dr. Martin Taylor an der Brown University haben eine neue Anwendung ihrer elektronischen Genomkartierung (Electronic Genome Mapping, EGM) vorgestellt: die direkte, genomeweite Detektion und Kartierung von Endonuklease-induzierten DNA-Nicks. Die Ergebnisse wurden heute auf der Konferenz Advances in Genome Biology and Technology (AGBT) 2026 in einem Poster präsentiert. Die Technologie auf der OhmX™-Plattform von Nabsys ermöglicht es, Schnittstellen (Nicks) auf langen DNA-Molekülen direkt nachzuweisen und zu lokalisieren – ohne Amplifikation oder Sequenzierung. Im Fokus der vorgestellten Arbeit steht die Endonuklease-Aktivität des humanen LINE-1-ORF2p-Proteins, eines zentralen Enzyms des LINE-1-Retrotransposons. LINE-1 ist der aktivste autonome Retrotransposon im menschlichen Genom und hat etwa ein Drittel der Genomsequenz durch „Copy-and-Paste“-Mechanismen geformt. Rund 5 % der Menschen tragen neue LINE-1-Insertionen, die nicht von den Eltern stammen. Die ORF2p-Endonuklease erzeugt DNA-Doppelstrangbrüche, die zu Insertionen, Deletionen und strukturellen Rearrangements führen… 

Schwere CTE klar mit Demenz verknüpft

Forscher der Boston University haben in einer großangelegten Untersuchung von 614 Gehirnen den klarsten Zusammenhang bisher zwischen schwerer chronisch-traumatischer Enzephalopathie (CTE) und Demenz sowie kognitiven Beeinträchtigungen nachgewiesen. Die Ergebnisse, die am 26. Januar 2026 im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia erschienen, stärken die Evidenz für langfristige Hirnschäden durch wiederholte Kopftraumata – etwa bei Kontaktsportarten, Militärdienst oder Gewaltopfern. CTE, eine progressive neurodegenerative Erkrankung, kann zu Lebzeiten nur vermutet, aber erst post mortem durch Gehirnuntersuchung sicher diagnostiziert werden. Häufig wird sie mit Alzheimer-Demenz oder anderen Formen der Demenz verwechselt. Die Diagnose im Leben stützt sich bisher auf die Anamnese wiederholter Kopfstöße und das Ausschließen anderer Erkrankungen. Das Team um Michael Alosco analysierte Gehirne von Spendern, die alle wiederholten Kopftraumata ausgesetzt waren, aber keine anderen neurodegenerativen Diagnosen (außer CTE) hatten. Gefäßschäden, Substanzkonsum und Alter wurden berücksichtigt. Von den 614 Gehirnen wiesen 366 CTE auf,… 

Bluttest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Sicht

US-Forscher haben Blutmarker identifiziert, die eine frühere Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs (pankreatisches duktales Adenokarzinom, PDAC) ermöglichen könnten. Ein neu entwickelter kombinierter Bluttest unterscheidet in einer Studie Krebsfälle von Nicht-Krebsfällen mit hoher Genauigkeit – auch in frühen Stadien, in denen die Erkrankung noch operabel und damit deutlich besser behandelbar ist. PDAC ist eine der tödlichsten Krebsarten: Nur etwa jeder zehnte Betroffene überlebt fünf Jahre nach der Diagnose. Grund ist meist die späte Entdeckung – es gibt bislang keine etablierten Screening-Tests für die Früherkennung. Symptome treten oft erst auf, wenn der Tumor bereits metastasiert hat. Das Team um Kenneth Zaret von der University of Pennsylvania untersuchte Blutproben von 672 Personen, darunter Patienten mit bestätigtem PDAC, gesunde Kontrollen und Menschen mit nicht-krebsbedingten Bauchspeicheldrüsenerkrankungen wie Pankreatitis. Die Ergebnisse wurden am 17. Februar 2026 im Fachjournal Clinical Cancer Research veröffentlicht. Neben den bereits bekannten Markern CA19-9… 

Johnson & Johnson beantragt FDA-Zulassung für Therapie bei warmer autoimmuner hämolytischer Anämie (wAIHA)

Johnson & Johnson hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine ergänzende Biologics License Application (sBLA) eingereicht, um IMAAVY® (Nipocalimab-aahu) als erste zugelassene Behandlung für Patienten mit warmer autoimmuner hämolytischer Anämie (wAIHA) zuzulassen. Die seltene und potenziell lebensbedrohliche Autoantikörper-Erkrankung betrifft in den USA etwa einen von 8000 Menschen und hat derzeit keine zugelassene Therapie. wAIHA entsteht, wenn pathogene Immunglobulin-G-(IgG-)Autoantikörper an rote Blutkörperchen binden und diese zerstören, was zu schwerer Anämie führt. Betroffene leiden häufig unter extremer Müdigkeit, Transfusionsabhängigkeit und Organversagen. Die Erkrankung geht mit einer um 20–30 Prozent erhöhten Sterberisiko einher. „Menschen mit warmer autoimmuner hämolytischer Anämie stehen vor einer schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung ohne zugelassene Behandlungsoptionen und hohem Risiko für Komplikationen“, sagte David M. Lee, M.D., Ph.D., Global Immunology Therapeutic Area Head bei Johnson & Johnson. „Die Einreichung dieser sBLA ist ein wichtiger Meilenstein für die wAIHA-Community und unterstreicht unser Engagement für… 

Biotech- und Medizin-Highlights im März 2026

Der März 2026 wird zu einem starken Monat für Biotech, Pharma und Medizin. Zahlreiche internationale Konferenzen, Investoren-Events und wissenschaftliche Tagungen stehen an, die Themen wie Antikörper-Entwicklung, Toxikologie, seltene Erkrankungen, Zelltherapien und Finanzierung von Innovationen behandeln. Basierend auf Ankündigungen von Veranstaltern wie BIO, Festival of Biologics, MDA und anderen bieten die Termine Plattformen für Networking, Präsentation neuer Daten und strategische Partnerschaften – in einer Phase, in der Biotech-Finanzierung und klinische Fortschritte weltweit im Fokus stehen. Wichtige Konferenzen und Summits Den Auftakt macht der BIO Investment & Growth Summit (ehemals BIO CEO & Investor Conference) am 2.–3. März in Miami Beach, Florida. Das Event verbindet Biotech-Executives mit Investoren und Partnern. Im Mittelpunkt stehen Unternehmenspräsentationen, One-on-One-Meetings und Diskussionen zu Finanzierung, IPO-Potenzial und globalen Marktperspektiven. Vom 4.–5. März findet das Festival of Biologics USA im San Diego Convention Center statt. Der Kongress konzentriert sich… 

Synthetische DNA: Datenspeicherung der nächsten Generation

DNA, der genetische Bauplan jedes Lebewesens, ist der effizienteste Speichermechanismus der Natur und kann etwa 215 Millionen Gigabyte Daten pro Gramm speichern. Diese Speicherkapazität könnte, angewendet auf Elektronik, deutlich effizientere Rechenzentren, eine schnellere Datenverarbeitung und die Verarbeitung wesentlich komplexerer Daten ermöglichen. Die Herausforderung für diesen Technologiesprung besteht darin, DNA, ein biologisches Material, mit Elektronik kompatibel zu machen. Einem Team von Forschern der Penn State University ist es gelungen, diese große Kompatibilitätslücke zu schließen.   Die in Advanced Functional Materials veröffentlichte und zur Patentanmeldung eingereichte Arbeit basiert laut den Forschern auf zwei Materialien: synthetischer DNA, also kommerziell erhältlichen, chemisch hergestellten Molekülen, die kurze genetische Sequenzen bilden, welche auf die Bedürfnisse elektronischer Geräte zugeschnitten sind; und einem Halbleitermaterial namens kristallinem Perowskit, das häufig in Solarzellen, Lasern und Datenspeichergeräten verwendet wird. Die Forscher entwickelten einen Speicherwiderstand, einen sogenannten Memristor, der nur wenig Energie zum Betrieb benötigt. Herkömmliche… 

USA: Hälfte der Erwachsenen kennt Zusammenhang zwischen Konsum von verarbeitetem Fleisch und Darmkrebs nicht

Kurz vor Beginn des Nationalen Monats zur Aufklärung über Darmkrebs im März ergab eine neue  Umfrage des Physicians Committee for Responsible Medicine/Morning Consult,  dass fast die Hälfte der Amerikaner nicht weiß, dass der Verzehr von verarbeitetem Fleisch  das Risiko  , an Darmkrebs zu erkranken, erhöht. Die Umfrage, die vom 9. bis 11. Februar 2026 unter 2.202 US-amerikanischen Erwachsenen durchgeführt wurde, ergab außerdem, dass zwei von drei Erwachsenen, nachdem sie darüber informiert wurden, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs erhöht, die Einführung von Warnhinweisen zum Darmkrebsrisiko auf verarbeiteten Fleischprodukten befürworten würden. „Angesichts der Tatsache, dass Darmkrebs mittlerweile  die häufigste Krebstodesursache  bei Erwachsenen unter 50 Jahren ist, ist es besorgniserregend, dass so viele Menschen immer noch nichts von dem starken Zusammenhang zwischen dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch und dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, wissen“, sagte Dr. Joseph Barrocas, Facharzt für Innere Medizin aus…