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Orforglipron übertrifft orales Semaglutid: Lilly präsentiert überlegene Ergebnisse bei Typ-2-Diabetes in Kopf-an-Kopf-Studie

Der orale GLP-1-Rezeptor-Agonist Orforglipron von Eli Lilly hat in der Phase-3-Studie ACHIEVE-3 orales Semaglutid bei der Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion deutlich übertroffen. Die Ergebnisse der 52-wöchigen Kopf-an-Kopf-Studie an 1.698 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die mit Metformin unzureichend eingestellt waren, wurden jetzt in The Lancet veröffentlicht. Unter dem primären Endpunkt sank der HbA1c-Wert (A1C) bei Orforglipron 36 mg um 2,2 Prozentpunkte (von Ausgangswert 8,3 %), verglichen mit 1,4 Prozentpunkten unter oralem Semaglutid 14 mg. Auch die niedrigere Dosis Orforglipron 12 mg erreichte mit 1,9 Prozentpunkten eine signifikant stärkere Senkung als Semaglutid 14 mg. Die Überlegenheit zeigte sich bereits nach vier Wochen und hielt über die gesamte Studiendauer an. Beim wichtigen sekundären Endpunkt Gewichtsverlust verloren Teilnehmende unter Orforglipron 36 mg im Mittel 9,2 Prozent ihres Körpergewichts (19,7 Pfund / 8,9 kg), unter Semaglutid 14 mg nur 5,3 Prozent (11,0 Pfund / 5,0 kg) –… 

Medizininformatik-Initiative feiert 10-jähriges Jubiläum

Die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF) blickt auf ein bewegtes Jahr 2026 voraus. Im Mittelpunkt steht das 10-jährige Jubiläum der Medizininformatik-Initiative (MII), das vom 24. bis 25. März 2026 mit einem Symposium in Berlin gefeiert wird. Unter dem Motto „Zukunft Gesundheit: Daten nutzen. Vernetzung fördern. Innovation gestalten. Zehn Jahre Medizininformatik-Initiative – Grundlage für Forschung, Versorgung und digitale Souveränität in Europa“ werden Erfolge der vergangenen Dekade bilanziert und Perspektiven für die Zukunft diskutiert. Ein besonderes Highlight: Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär wird die Veranstaltung eröffnen. Anmeldungen sind bereits möglich. Parallel dazu hat das Bundesgesundheitsministerium in Berlin ein Update seiner Digitalisierungsstrategie vorgestellt. Auf Bundes- und EU-Ebene laufen mehrere Gesetzgebungsverfahren, die für die Nutzung von Gesundheitsdaten in Forschung und Versorgung entscheidend sind. Die TMF begleitet diese Prozesse aktiv – unter anderem mit fachlichen Stellungnahmen aus der… 

Krankenhausreform bedroht stationäre Versorgung chronischer Schmerzpatienten

Deutschlands führende Schmerz- und Fachgesellschaften warnen vor massiven Einschnitten in der stationären Behandlung chronischer Schmerzen durch die geplante Krankenhausreform. In einem gemeinsamen Brandbrief fordern die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), der Berufsverband der Schmerztherapeuten Deutschlands (BVSD), die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Interdisziplinäre Gesellschaft für Schmerztherapie (IGOST) die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), sich für die Aufnahme einer eigenständigen Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“ einzusetzen. Ohne diese drohten bis zu 40 Prozent der multimodalen stationären Schmerztherapie-Angebote zu schließen – mit dramatischen Folgen für rund 4,8 Millionen schwer betroffene Patientinnen und Patienten. Die derzeitige Systematik der Leistungsgruppen zwinge schmerzmedizinische Abteilungen, Kriterien fachfremder Bereiche wie Innere Medizin oder Chirurgie zu erfüllen. Das sei medizinisch nicht sinnvoll und wirtschaftlich nicht tragfähig. Erste Abteilungen hätten bereits geschlossen oder stünden vor der Schließung. Die Fachgesellschaften betonen, eine eigene Leistungsgruppe mit bereits etablierten Qualitätskriterien könne sofort bundesweit umgesetzt werden. Sie… 

genOway stellt neues Mausmodell vor: Genauere Vorhersage von Antikörpertherapien beim Menschen

Das französische Biotechnologieunternehmen genOway hat ein innovatives Mausmodell entwickelt, das die Vorhersage der Wirksamkeit und Sicherheit therapeutischer Antikörper beim Menschen deutlich verbessern soll. Das Modell genO-hFc?R humanisiert die Fc?-Rezeptoren – zentrale Bindungspartner von Antikörpern auf Immunzellen – und ermöglicht so realistischere präklinische Tests. Eine Studie in Science Immunology bestätigt das Potenzial des Modells, teure Fehlschläge in späten klinischen Phasen zu reduzieren. Antikörpertherapien revolutionieren die Behandlung von Krebs, entzündlichen Erkrankungen und Infektionen, indem sie gezielt an Fc?-Rezeptoren binden und Immunreaktionen wie antikörpervermittelte Zellzerstörung oder Entzündungsprozesse steuern. Da diese Rezeptoren jedoch artspezifisch unterschiedlich sind, liefern Tests in herkömmlichen Labormäusen oft unzuverlässige Ergebnisse zur Wirksamkeit oder übersehen Sicherheitsrisiken. Das führt zu hohen Ausfallquoten in späten klinischen Studien und verzögert den Zugang zu neuen Therapien. Das genO-hFc?R-Modell löst dieses Problem, indem es mehrere Fc?-Rezeptor-Gene humanisiert. Forscher können damit Kandidaten besser vergleichen, die gezielte Ansprache… 

Welt-HPV-Tag: BIÖG ruft zur frühen Impfung gegen Humane Papillomviren auf

Acht von zehn Menschen in Deutschland infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit Humanen Papillomviren (HPV). Obwohl die meisten Infektionen unbemerkt bleiben und von allein abheilen, verursachen sie jedes Jahr schätzungsweise mehr als 10.000 Krebserkrankungen. Anlässlich des Welt-HPV-Tags am 4. März appelliert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) an Eltern, ihre Kinder zwischen neun und 14 Jahren gegen HPV impfen zu lassen – den optimalen Zeitpunkt für einen wirksamen Langzeitschutz. HPV gilt als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, betrifft jedoch auch andere Krebsarten im Mund-Rachen-Raum, im Analbereich sowie an den Genitalien. Die Viren werden meist über kleine Haut- oder Schleimhautverletzungen übertragen und können jahrelang symptomlos im Körper verbleiben, bevor sich erst Jahrzehnte später bösartige Zellveränderungen entwickeln. Eine Impfung schützt gezielt vor den hochrisikoreichen HPV-Typen und verhindert so viele dieser Krebserkrankungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Jungen und… 

Mini-Organe im All: TUD-Projekt ILLUMINATE untersucht Schwerelosigkeitseffekte auf Lebergewebe

Die Technische Universität Dresden (TUD) schickt Mini-Lebern ins Weltall: Im Rahmen des Forschungsprojekts ILLUMINATE untersucht ein Team um Prof. Nils Cordes erstmals Maus-Leberorganoide – im Labor gezüchtete dreidimensionale Mini-Modelle der Leber – unter realen und simulierten Bedingungen der Schwerelosigkeit. Das Experiment ist Teil des Cellbox-Programms des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit 280.204 Euro gefördert (Laufzeit: 1. November 2025 bis 31. Oktober 2028). Weltraummissionen belasten den menschlichen Körper durch Mikrogravitation und kosmische Strahlung erheblich. Besonders Immun-, Nerven- und Muskelzellen reagieren sensibel auf diese Umweltbedingungen. Mit zunehmender Dauer von Raumflügen und Plänen für neue Raumstationen gewinnt die Frage an Bedeutung, wie sich Gewebe langfristig anpasst – Erkenntnisse, die nicht nur für Astronautinnen und Astronauten relevant sind, sondern auch neue Impulse für das Verständnis von Stressreaktionen, Gewebealterung und Regenerationsprozessen auf der… 

Trump’s Iran Strike: Pharma-Biotech Armageddon

A U.S. military strike on Iran under President Donald Trump in early 2026 would trigger a hybrid retaliation that strikes at the heart of America’s pharmaceutical and biotechnology supremacy. Tehran’s response would blend conventional threats with sophisticated cyber operations, proxy actions, and disinformation campaigns specifically calibrated to cripple U.S. pharma and biotech sectors. Iranian state-linked actors—IRGC-affiliated groups like APT33, APT34 (OilRig), MuddyWater, and CyberAv3ngers—have spent years probing vulnerabilities in healthcare, critical manufacturing, and research networks. A strike would activate these capabilities at scale, targeting intellectual property worth hundreds of billions, manufacturing plants reliant on operational technology, clinical trial databases, and global supply chains. The result: halted drug production, delayed therapies, ransomware-induced shortages, stolen trade secrets handed to competitors like China, and cascading failures that overwhelm hospitals treating military casualties. Human losses on U.S. bases worldwide would mount as medical logistics… 

FDA warnt vor Software-Fehlern bei Fresenius Kabi Ivenix Infusionspumpen

Die US-Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde FDA hat eine dringende Sicherheitsmitteilung zu den Ivenix Large Volume Pumpen (LVP) von Fresenius Kabi veröffentlicht. Das Unternehmen hat eine Software-Korrektur für alle Versionen 5.10.1 und früher angekündigt, da zwei schwerwiegende Anomalien entdeckt wurden, die zu Verzögerungen oder Unterbrechungen der Infusion führen und dadurch ernsthafte Patientenschäden oder sogar den Tod verursachen können. Die FDA stuft die Maßnahme als Class I Recall ein – die höchste Risikoklasse, bei der die Fortsetzung der Nutzung ohne Korrektur zu schweren Verletzungen oder Todesfällen führen kann. Es handelt sich jedoch nicht um einen vollständigen Rückruf: Die Pumpen sollen weiterhin am Einsatzort bleiben, müssen aber vor der nächsten Verwendung zwingend softwareseitig korrigiert werden. Betroffene Probleme im Detail Fresenius Kabi hat zwei kritische Software-Fehler identifiziert: Stand 18. November 2025 meldete Fresenius Kabi zwei schwere Verletzungen im Zusammenhang mit diesen Fehlern – Todesfälle wurden… 

Fastly-Report warnt vor hohen Kosten für AI-First-Unternehmen

Unternehmen, die Künstliche Intelligenz von Grund auf in ihre Prozesse integrieren (sogenannte „AI-First“-Unternehmen), zahlen einen hohen Preis für die rasante Einführung von KI: Im Durchschnitt benötigen sie 123 Tage länger, um sich von einem Cybervorfall zu erholen, und erleiden 140,5 Prozent höhere finanzielle Schäden als Unternehmen ohne diesen Ansatz. Das zeigt der vierte jährliche Global Security Research Report von Fastly Inc., der heute veröffentlicht wurde. Der Edge-Cloud-Anbieter Fastly befragte weltweit 2.000 IT-Entscheider mit Cybersecurity-Verantwortung, darunter 200 aus dem DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz). Die Ergebnisse machen deutlich: Die Modernisierung der Sicherheitsarchitektur hinkt der Geschwindigkeit der KI-Integration massiv hinterher. AI-First-Unternehmen besonders betroffen Neue Risiken durch KI-Integration „Die Geschwindigkeit, mit der KI eingeführt wird, verändert Sicherheitsinfrastrukturen nahezu über Nacht“, sagte Marshall Erwin, Chief Information Security Officer (CISO) bei Fastly. „Für AI-First-Unternehmen geht es nicht darum, Innovation zu bremsen, sondern Sicherheit im gleichen Tempo… 

Neue Studie erklärt, warum Neurodermitis so häufig in der Kindheit beginnt

Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung der Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat einen zentralen biologischen Mechanismus entdeckt, der erklärt, warum Neurodermitis (atopische Dermatitis) vor allem in der frühen Kindheit auftritt. Die Studie zeigt, dass bestimmte Immunzellen in der jungen Haut besonders reaktiv auf Allergene reagieren – ein Effekt, der im Erwachsenenalter deutlich abnimmt. Die Ergebnisse erschienen am 25. Februar 2026 in Nature. Neurodermitis betrifft fast jedes vierte Kind und tritt meist bereits in den ersten Lebensjahren auf. Sie gilt häufig als Einstiegserkrankung in die sogenannte atopische Marsch, bei der später Asthma oder Nahrungsmittelallergien hinzukommen können. Warum die Haut in der Kindheit so anfällig ist, war bislang unklar. Die Forschenden untersuchten junge Mäuse und menschliche Hautproben und fanden heraus, dass dendritische Zellen – wichtige Immunzellen der Haut – in der frühen Lebensphase deutlich stärker auf harmlose Allergene wie Hausstaubmilben… 

Neue Erkenntnisse zum Transporter MurJ – Bakterienkiller aus der Phagen-Welt

Ein Forschungsteam der California Institute of Technology (Caltech) hat den Mechanismus aufgeklärt, mit dem drei verschiedene Bakterienviren (Bakteriophagen) den lebenswichtigen Transporter MurJ blockieren. MurJ ist ein zentraler Baustein beim Aufbau der bakteriellen Zellwand und ein vielversprechendes Ziel für neue Antibiotika. Die Ergebnisse erschienen am 25. Februar 2026 in Nature. Die Zellwand aus Peptidoglycan verleiht Bakterien Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegen inneren Druck. MurJ transportiert als Flippase die Bausteine dieses „Kettenhemdes“ von der Innenseite durch die Membran nach außen. Wird MurJ gehemmt, kann die Zellwand nicht mehr aufgebaut werden – die Bakterien sterben. Die Caltech-Forscher untersuchten drei einzelsträngige DNA– und RNA-Phagen, die jeweils ein kleines Protein (Single-Gene Lysis Protein, Sgl) produzieren: SglM, SglPP7 und das neu entdeckte SglCJ3. Obwohl diese Sgls evolutionär nicht verwandt sind, blockieren sie MurJ auf bemerkenswert ähnliche Weise: Sie binden alle in einer nach außen gerichteten Konformation (outward-facing)… 

Rett-Syndrom: Undichte Hirngefäße durch microRNA

Zwei häufige genetische Mutationen, die das Rett-Syndrom auslösen, führen zu undichten Blutgefäßen im sich entwickelnden Gehirn. Das zeigt eine neue Studie des Picower Institute for Learning and Memory am MIT. Die Forscher führen das Problem auf eine Überexpression des microRNA-126-3p zurück und konnten zeigen, dass eine gezielte Absenkung dieser microRNA die Gefäßdefekte teilweise behebt. Die Ergebnisse erschienen in Molecular Psychiatry. Das Rett-Syndrom ist eine schwere Entwicklungsstörung, die vor allem Mädchen betrifft und durch verschiedene Mutationen im MECP2-Gen verursacht wird. Die ersten Symptome treten meist im Alter von 2–3 Jahren auf – eine Phase, in der sich die Hirngefäße entscheidend entwickeln. Die MIT-Neuroforscher untersuchten daher, wie zwei häufige MECP2-Mutationen (R306C und R168X) die Gefäßentwicklung beeinträchtigen und zur neurologischen Symptomatik beitragen könnten. Dafür entwickelten sie fortschrittliche humane Gewebekulturen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) von Rett-Patientinnen. Die endothelialen Zellen (Grundbausteine der Blutgefäße) wurden…