Verbeamtete Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten und Hochschulen werden nach der W-Besoldung (W für Wissenschaft) bezahlt. Im Gegensatz zu tariflich beschäftigten Wissenschaftlern (TV-L) haben sie Beamtenstatus, zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung) und erhalten ein Grundgehalt plus variable Leistungsbezüge. Das macht das Nettogehalt trotz teilweise moderatem Brutto oft attraktiv.
Die Besoldungsgruppen W1, W2 und W3
- W1 (Juniorprofessur): Einstiegsstufe, meist befristet (mit Tenure-Track-Option). Grundgehalt ca. 5.400 – 6.200 € brutto/Monat (je nach Bundesland).
- W2: Häufig an Fachhochschulen (HAW) oder kleineren Lehrstühlen an Unis. Grundgehalt ca. 6.200 – 8.200 € brutto/Monat.
- W3: Die klassische Universitätsprofessur (Lehrstuhl). Grundgehalt ca. 7.400 – 9.400 € brutto/Monat (inkl. Zulagen).
Stand 2026: Die genauen Grundgehälter variieren stark zwischen den Bundesländern. Baden-Württemberg, Bayern und Berlin zahlen oft am besten, Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern eher weniger.
Wovon hängt das tatsächliche Gehalt ab?
Das Grundgehalt ist nur der Einstieg. Hinzu kommen:
- Leistungsbezüge (Berufungs-, Funktions- oder besondere Leistungsbezüge): Diese werden individuell bei der Berufung verhandelt und können mehrere hundert bis über 1.000–2.000 € monatlich betragen. Sie sind teilweise dauerhaft, teilweise befristet.
- Familienzuschlag (z. B. ca. 170 € für Verheiratete + Zuschläge für Kinder).
- Weitere Zulagen (z. B. für Drittmittel, besondere Funktionen wie Dekan oder Ortszuschläge in teuren Regionen).
Reale Durchschnittsgehälter (Grundgehalt + Zulagen):
- W3: Oft 8.000 – 9.500+ € brutto/Monat, in Top-Ländern bis ca. 9.500–10.000 € möglich.
- W2: Ca. 7.000 – 8.500 € brutto/Monat.
Durch den Wegfall der Sozialabgaben liegt das Nettogehalt häufig bei 6.000–7.500+ € monatlich (je nach Steuerklasse, Kindern, Bundesland). Das ist deutlich höher als bei vergleichbarem Bruttogehalt in der Privatwirtschaft.
Beispiele für Grundgehälter (ca.-Werte 2026)
- Baden-Württemberg: W3 bis ca. 8.666 €, W2 ca. 7.451 €.
- Bayern: W3 bis ca. 8.646 € (mit Stufen).
- Berlin: W3 ca. 8.427 €.
- Bundesdurchschnitt (real inkl. Zulagen): W3 deutlich über 8.000 €, W2 um die 7.000–7.500 €.
Die Spanne zwischen den Bundesländern kann bei W3 bis zu 1.500–1.600 € monatlich betragen.
Vergleich: Beamte vs. Angestellte (TV-L)
Viele jüngere Wissenschaftler sind zunächst als Akademische Räte/Oberräte oder in TV-L E14/E15 angestellt. Verbeamtete Professoren haben Vorteile bei der Rente (Pension statt gesetzliche Rente), mehr Sicherheit und höheres Netto. Allerdings ist der Einstieg in eine Professur hart und konkurrenzintensiv.
Fazit
Ein verbeamteter W3-Professor verdient in Deutschland deutlich überdurchschnittlich – vergleichbar mit guten Führungspositionen in der Wirtschaft, aber mit besserer Work-Life-Balance, hoher Sicherheit und exzellenten Pensionsansprüchen. Das tatsächliche Gehalt hängt jedoch stark vom Verhandlungsgeschick bei der Berufung, dem Bundesland und individuellen Leistungen ab. Wer eine Professur anstrebt, sollte nicht primär auf Geld schauen, sondern auf die wissenschaftliche Leidenschaft – die finanzielle Belohnung kommt dann meistens dazu.
Quellen basieren auf aktuellen Besoldungstabellen, Analysen des Deutschen Hochschulverbands (DHV) und academics.de (Stand 2026).
