Boston (Labnews Media LLC) – Eine Syphilis-Infektion ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere kardiovaskuläre Komplikationen verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine große Kohortenstudie, die in JAMA Network Open veröffentlicht wurde.
Die Studie umfasste 1.469 Patienten mit Syphilis, die mit 7.345 Kontrollpersonen verglichen wurden. Nach Adjustierung für verschiedene Einflussfaktoren zeigte sich, dass eine Syphilis-Infektion unabhängig mit einem höheren Risiko für folgende Ereignisse assoziiert war:
- Aortenaneurysma oder -dissektion (Hazard Ratio 2,08)
- Ischämischer Schlaganfall (HR 1,53)
- Hämorrhagischer Schlaganfall (HR 1,92)
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (HR 1,28)
- Myokardinfarkt (HR 1,33)
- Gesamtmortalität (HR 5,80)
Das Risiko war besonders hoch bei Patienten mit spät behandelter oder unbehandelter Syphilis. Keine signifikanten Zusammenhänge fanden sich hingegen für Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Aortenklappeninsuffizienz oder venöse Thromboembolien.
Die Autoren sehen in den Ergebnissen einen weiteren Beleg dafür, dass Syphilis ein eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor ist. Sie empfehlen daher eine frühe Diagnose und Behandlung sowie eine regelmäßige kardiovaskuläre Risikoabschätzung bei betroffenen Patienten.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Syphilis nicht nur als sexuell übertragbare Erkrankung, sondern auch als potenziellen Auslöser langfristiger kardiovaskulärer Schäden zu betrachten. Die Ergebnisse könnten Auswirkungen auf zukünftige Leitlinien zur Nachsorge von Syphilis-Patienten haben.
