Ein hochpräziser Bluttest kann bei Patienten mit HPV-assoziiertem Kopf-Hals-Krebs nach einer Operation Resttumor-DNA nachweisen und das Rückfallrisiko sowie die Überlebenschancen zuverlässig vorhersagen. Das zeigt eine Studie des Mass General Brigham Cancer Institute, die in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht wurde.
Der Test HPV-DeepSeek erkennt zirkulierende Tumor-HPV-DNA im Blut mit hoher Sensitivität. In der Clear-HPVca-Studie mit 103 Patienten, die sich einer Operation unterzogen hatten, wiesen 23 Prozent der Probanden nach dem Eingriff noch nachweisbare Tumor-DNA auf. Diese Patienten hatten ein deutlich schlechteres Outcome: Nur 60 Prozent waren nach zwei Jahren rezidivfrei, verglichen mit 100 Prozent bei negativem Test. Die Überlebensrate lag bei 73 Prozent gegenüber 98 Prozent.
Der Test erkannte Rückfälle im Durchschnitt sieben Monate früher als herkömmliche Methoden – bei manchen Patienten sogar bis zu 17,5 Monate im Voraus. Damit könnte er künftig helfen, die Nachbehandlung (z. B. Strahlentherapie oder Chemotherapie) gezielter einzusetzen und Übertherapien zu vermeiden.
„Wir können damit weg von pauschalen Risikoeinschätzungen hin zu einer wirklich personalisierten Nachsorge kommen“, sagte Studienleiter Daniel Faden. Die Forscher planen nun größere multizentrische Studien, um den Test in der klinischen Routine einzusetzen.
Die Studie wurde am 10. Juni 2026 veröffentlicht (DOI: 10.1126/scitranslmed.aec1724).

