Zum Inhalt springen

Weißes Haus will Kontrolle über NIH-Fördermittel – Widerstand bei Senatoren und Forschenden

Ein Vorstoß des Weißen Hauses, die letzte Entscheidung über Forschungsförderungen der BND US-Gesundheitsbehörde NIH einem neuen Gremium zu übertragen, hat bei Senatorinnen, Senatoren und Forschenden Kritik ausgelöst. Nach Berichten mehrerer US-Medien sollte das Gremium von NIH-Direktor Jay Bhattacharya und dem Budgetchef des Weißen Hauses, Russell Vought, gemeinsam geleitet werden und Fördermittel einstimmig genehmigen müssen. Vought wolle so mehr Einfluss auf Förderungen im Zusammenhang mit Diversität, Gleichstellung und Inklusion gewinnen; zudem wolle Präsident Donald Trump die Finanzierung der Harvard University stoppen.

Bhattacharya soll sich dem Bericht zufolge gegen den Plan gestellt und die Vergabepraxis der Behörde verteidigt haben. Die Senatorin Susan Collins, Vorsitzende des Haushaltsausschusses, erklärte, das Budgetamt solle nicht in Entscheidungen über Forschungsförderungen eingreifen. Eine politische Überprüfung bereits nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählter Projekte untergrabe das Prinzip, dass der Staat nach wissenschaftlichem Bedarf und Qualität fördere, nicht nach politischer Ideologie. Die Demokratin Patty Murray warnte, ein einzelner politischer Beamter könne mit dem Plan eine Krebsstudie oder eine Alzheimer-Studie ohne wissenschaftlichen Grund stoppen.

Die NIH fördern jährlich etwa 19.000 neue Forschungs-, Ausbildungs- und andere Projekte. Der neue Ausschuss würde eine zusätzliche politische Kontrollebene über das bestehende mehrstufige Verfahren legen, in dem Anträge zunächst von Fachgremien begutachtet, anschließend von Beiräten der Institute geprüft und schließlich vom NIH-Direktor oder den Institutsleitungen genehmigt werden. Nach Angaben des Fachmagazins „Science“ hat das Weiße Haus den Plan nach der Kritik von Republikanern und Demokraten zunächst zurückgezogen; eine Wiederaufnahme in anderer Form sei aber möglich. Ob eine entsprechende Anordnung rechtlich Bestand hätte, sei offen, sagte der frühere Epidemiologe und Jurist Scott Delaney. Die Regierung könne den Weg über ein förmliches Regelgebungsverfahren gehen. Das Budgetamt hatte bereits zuvor eine Regel vorgeschlagen, die politischen Beamten Kontrolle über Förderentscheidungen in Bundesbehörden geben sollte; der Kongress hat diese bis Dezember blockiert.

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
LabNews Media LLC

LabNews Media LLC

The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu