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Wie aus einem Vorstadium ein Diabetes wird

Diabetes mellitus gehört zu den am weitesten verbreiteten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Allein die Zahl der diagnostizierten Typ-2-Diabetiker liegt bei rund 8,7 Millionen Menschen, die Dunkelziffer ist hoch. Die Erkrankung entsteht nicht über Nacht: Ihr geht meist über Jahre ein unbemerktes Vorstadium voraus. Ein tieferer Blick auf die Mechanismen, kritischen Blutwerte und moderne Therapieansätze zeigt, wie sich die Behandlung gewandelt hat. [1, 2, 3]

Was im Körper passiert

Bei gesunden Menschen transportiert das Hormon Insulin – der „Schlüssel“ der Bauchspeicheldrüse – den Zucker (Glukose) aus der Nahrung aus dem Blut direkt in die Körperzellen. Beim häufigeren Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen jedoch immer träger auf das Hormon; es liegt eine sogenannte Insulinresistenz vor. Die Bauchspeicheldrüse produziert anfangs immer mehr Insulin, um gegenzusteuern, bis ihre insulinproduzierenden Zellen im Laufe der Jahre ermüden. Der Zucker verbleibt im Blut und schädigt dauerhaft Gefäße und Organe. [1, 2, 3]

Der seltenere Typ-1-Diabetes hingegen ist eine reine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse unwiderruflich zerstört. Hier herrscht von Beginn an ein absoluter Insulinmangel, der lebenslang durch Spritzen oder Pumpen ausgeglichen werden muss. [1, 2]

Das Vorstadium: Der Prädiabetes

Bevor ein echter Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird, durchläuft der Körper die Phase des Prädiabetes. In diesem Vorstadium sind die Blutzuckerwerte bereits erhöht, erfüllen aber noch nicht die strengen Kriterien für einen manifesten Diabetes. Neuere medizinische Forschungen teilen den Prädiabetes mittlerweile in verschiedene Subtypen ein, je nachdem, ob primär eine Fettleber oder ein genetisches Versagen der Bauchspeicheldrüse das Risiko treibt. Das Tückische: Ein Prädiabetes verursacht fast nie Symptome, schädigt aber im Hintergrund bereits feine Gefäße. [1, 2, 3, 4, 5]

Die entscheidenden Blutwerte im Überblick

Ärzte stützen sich bei der Diagnose auf drei wesentliche Laborparameter, die im venösen Blut gemessen werden: [1, 2]

MesswertGesundVorstadium (Prädiabetes)Diabetes mellitus
Nüchtern-Blutzucker
(nach mind. 8 Std. Fasten)
Unter 100 mg/dl
(< 5,6 mmol/l)
100 bis 125 mg/dl
(5,6 – 6,9 mmol/l)
Ab 126 mg/dl
(? 7,0 mmol/l)
Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
(2-Stunden-Wert nach Zuckerdrank)
Unter 140 mg/dl
(< 7,8 mmol/l)
140 bis 199 mg/dl
(7,8 – 11,0 mmol/l)
Ab 200 mg/dl
(? 11,1 mmol/l)
Langzeit-Blutzucker (HbA1c)
(„Blutzuckergedächtnis“ der letzten 2–3 Monate)
Unter 5,7 %
(< 39 mmol/mol)
5,7 % bis 6,4 %
(39 – 47 mmol/mol)
Ab 6,5 %
(? 48 mmol/mol)

Für eine sichere Diagnose müssen laut der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) mindestens zwei pathologische Werte oder ein wiederholt erhöhter Laborwert vorliegen. [1, 2]

Evidenzbasierte Therapie: Stufenplan nach Leitlinie

Die Behandlung von Typ-2-Diabetes erfolgt nach einem wissenschaftlich fundierten Stufenplan: [1, 2]

  1. Lebensstil-Modifikation (Basistherapie): Im Vorstadium und zu Beginn der Erkrankung steht eine strukturierte Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und gesteigerte körperliche Aktivität an erster Stelle. Studien belegen, dass eine konsequente Lebensstiländerung das Diabetes-Risiko im Vorstadium um rund 60 Prozent senken und einen frühen Typ-2-Diabetes sogar komplett umkehren kann (Remission). [1, 2]
  2. Medikamentöse Monotherapie: Bleibt der Erfolg nach einigen Monaten aus, ist der bewährte Wirkstoff Metformin das Medikament der ersten Wahl. Er verbessert das Ansprechen der Zellen auf das körpereigene Insulin. [1, 2, 3, 4]
  3. Kombinationstherapie und Organ-Schutz: Reicht Metformin nicht aus oder liegen bereits Begleiterkrankungen vor, kommen moderne Substanzklassen zum Einsatz. SGLT2-Inhibitoren (fördern die Zuckerausscheidung über den Urin) und GLP-1-Rezeptoragonisten (ahmen Darmhormone nach, verzögern die Magenentleerung und senken das Gewicht) haben die Therapie revolutioniert. Sie senken nachweislich das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und das Fortschreiten von Nierenschäden. [1, 2, 3, 4]
  4. Insulintherapie: Erst wenn die körpereigene Insulinproduktion weitgehend erschöpft ist, wird fehlendes Insulin von außen zugeführt. [1, 2]

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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